Deutsche Redaktion

Ausstellung erinnert an 60 Jahre polnischen Versöhnungsbrief an Deutschland

22.01.2026 15:00
„60 Jahre später gibt es keinen passenderen Ort, um an die Bedeutung dieses Moments zu erinnern. Das Europäische Parlament selbst ist das Ergebnis eines langen Weges der Versöhnung und des Dialogs in Europa“, sagte Parlamentspräsidentin Roberta Metsola. Wie die Organisatoren betonten, unterstreiche die Ausstellung die anhaltende Aktualität des Appells der Bischöfe in einer Phase neuer geopolitischer Spannungen sowie von Debatten über Erinnerung, Verantwortung und Solidarität in Europa.
Am Mittwoch wrdigte das Europische Parlament das Jubilum mit der Erffnung der Ausstellung an seinem Sitz in Straburg. Zuvor war sie in Rom, Warschau, Grlitz, Berlin und im Vatikan zu sehen. Erffnet wurde sie von Parlamentsprsidentin Roberta Metsola, dem polnischen Europaabgeordneten Andrzej Halicki von der Brgerkoalition.
Am Mittwoch würdigte das Europäische Parlament das Jubiläum mit der Eröffnung der Ausstellung an seinem Sitz in Straßburg. Zuvor war sie in Rom, Warschau, Görlitz, Berlin und im Vatikan zu sehen. Eröffnet wurde sie von Parlamentspräsidentin Roberta Metsola, dem polnischen Europaabgeordneten Andrzej Halicki von der Bürgerkoalition.PAP/Wiktor Dąbkowski

Im Europäischen Parlament in Straßburg wurde eine Ausstellung zum 60. Jahrestag eines Schlüsselmoments der polnisch-deutschen Aussöhnung eröffnet. Der Satz „Wir vergeben und bitten um Vergebung“, den polnische katholische Bischöfe im November 1965 an ihre deutschen Amtsbrüder gerichtet hatten, gilt als einer der mutigsten moralischen Akte im Europa der Nachkriegszeit. Er legte den Grundstein für die Versöhnung zweier durch die Traumata des Zweiten Weltkriegs getrennten Nationen.

Am Mittwoch würdigte das Europäische Parlament das Jubiläum mit der Eröffnung der Ausstellung an seinem Sitz in Straßburg. Zuvor war sie in Rom, Warschau, Görlitz, Berlin und im Vatikan zu sehen. Eröffnet wurde sie von Parlamentspräsidentin Roberta Metsola, dem polnischen Europaabgeordneten Andrzej Halicki von der Bürgerkoalition sowie dem deutschen Europaabgeordneten Oliver Schenk von der Christlich-Demokratischen Union.

Eine Botschaft gegen die Spaltung des Kalten Krieges
Bei der Veranstaltung sagte Metsola, die Worte „Wir vergeben und bitten um Vergebung“ seien angesichts unvorstellbaren Leids ein außergewöhnlicher Akt von Mut und Versöhnung gewesen. Der Brief habe einen Wendepunkt in den polnisch-deutschen Beziehungen markiert. Er sei ein Meilenstein auf Europas Weg von der Teilung zur Zusammenarbeit gewesen. „60 Jahre später gibt es keinen passenderen Ort, um an die Bedeutung dieses Moments zu erinnern. Das Europäische Parlament selbst ist das Ergebnis eines langen Weges der Versöhnung und des Dialogs in Europa“, sagte sie.
Halicki betonte, der Brief von 1965 sei das erste Dokument der Nachkriegszeit gewesen, das offen die Narrative der Sowjetära infrage gestellt habe. Er widersprach der Moskauer Behauptung, Polen könne im Westen keine echten Partner haben, und erklärte Versöhnung und europäische Integration zu einer polnischen Initiative – eine Botschaft, die später von der Solidarność-Bewegung aufgegriffen wurde und bis heute einen bleibenden polnischen Beitrag zur Geschichte Europas darstellt.

Vermächtnis der polnisch-deutschen Versöhnung

Der Brief der Bischöfe wurde in einer Zeit tiefer politischer Spaltung und anhaltender Kriegsverbitterung verschickt. Er rief zu gegenseitiger Vergebung statt zu Vergeltung auf. Anfangs umstritten, gilt er heute als Wendepunkt in den polnisch-deutschen Beziehungen und als moralische Säule des europäischen Versöhnungsprojekts.

Wie die Organisatoren betonten, unterstreiche die Ausstellung die anhaltende Aktualität des Appells der Bischöfe in einer Phase neuer geopolitischer Spannungen sowie von Debatten über Erinnerung, Verantwortung und Solidarität in Europa. Anhand von Archivdokumenten, Fotografien und historischen Einordnungen zeigt die Ausstellung, wie ein einziger Satz den Weg für den Dialog zwischen einstigen Feinden geebnet und die Werte geprägt hat, auf denen die heutige Europäische Union beruht.

PAP/grupa EPL/PR/ps

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