Deutsche Redaktion

Milan-Cortina 2026: In Russland geborener Eisschnellläufer holt Olympia-Silber für Polen

13.02.2026 18:00
Der in Russland geborene Eisschnellläufer Wladimir Semirunnij hat vergangenes Jahr die polnische Staatsbürgerschaft erhalten. Am Freitag hat er bei den Olympischen Winterspielen Mailand-Cortina 2026 die Silbermedaille über 10.000 Meter gewonnen.
Am Freitag hat Polens Wladimir Semirunnij bei den Olympischen Winterspielen Mailand-Cortina 2026 die Silbermedaille ber 10.000 Meter gewonnen. Gold sicherte sich Metodej Jilek aus Tschechien, Bronze ging an den Niederlnder Jorrit Bergsma.
Am Freitag hat Polens Wladimir Semirunnij bei den Olympischen Winterspielen Mailand-Cortina 2026 die Silbermedaille über 10.000 Meter gewonnen. Gold sicherte sich Metodej Jilek aus Tschechien, Bronze ging an den Niederländer Jorrit Bergsma. PAP/Paweł Skraba

Gold sicherte sich Metodej Jilek aus Tschechien, Bronze ging an den Niederländer Jorrit Bergsma. Es ist die zweite Medaille für Polen bei den Spielen in Mailand-Cortina. Zuvor hatte Kacper Tomasiak im Skispringen von der Normalschanze ebenfalls Silber geholt.

Semirunnij wurde in Jekaterinburg im russischen Ural geboren und erhielt im August 2025 die polnische Staatsbürgerschaft. Er zeigte sich erfreut über die Medaille, räumte jedoch ein, dass er den Gewinn der Gold-Medaille knapp verpasst habe.

„Krieg, den Russland begonnen hat“
Semirunnij war 2023 nach Polen gezogen und hat den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine öffentlich verurteilt.  „Eltern müssen jedem Kind erklären, dass Aggression in jeder Form falsch ist. Meine Eltern haben mir das früh beigebracht. Natürlich unterstütze ich diesen Krieg nicht. Einen Krieg, den Russland begonnen hat“, sagte er in einem Medieninterview.

Als talentierter Sportler hatte er Angebote aus mehreren Ländern erhalten – unter anderem aus Kasachstan, was für ihn mit deutlich geringerem Risiko verbunden gewesen wäre. Letztlich meldete er sich jedoch selbst in Polen, das von der russischen Propaganda als einer der Hauptfeinde dargestellt wird. Er habe dies getan, weil er die Arbeit von Trainer Paweł Abratkiewicz kannte und schätze, der zuvor russische Eisschnellläufer erfolgreich betreut hatte.

IAR/PR/sport/ps