Deutsche Redaktion

Ungarischer Oppositionsführer kündigt Auslieferung polnischer Politiker im Falle seines Wahlsiegs an

16.02.2026 22:00
Polens früherer Justizminister Zbigniew Ziobro und sein Vertreter könnten „am ersten Tag“ nach Bildung einer neuer Regierung in Budapest an die polnischen Behörden überstellt werden. Gegen sie liegen Haftbefehle polnischer Behörden vor.
Der Vorsitzende der Oppositionspartei Tisza, Peter Magyar, spricht bei der Veranstaltung zur Lage der Nation seiner Partei in Budapest am 15. Februar 2026. Die Parlamentswahl in Ungarn findet am 12. April statt.
Der Vorsitzende der Oppositionspartei Tisza, Peter Magyar, spricht bei der Veranstaltung zur Lage der Nation seiner Partei in Budapest am 15. Februar 2026. Die Parlamentswahl in Ungarn findet am 12. April statt.EPA/Szilard Koszticsak

Der Vorsitzende der größten ungarischen Oppositionspartei hat angekündigt, zwei polnische Politikern, denen in Budapest Asyl gewährt wurde, im Falle eines Sieges bei der Parlamentswahl im April auszuliefern. Peter Magyar von der konservativen Partei Tisza erklärte, Polens früherer Justizminister Zbigniew Ziobro und der ehemalige Vize-Justizminister Marcin Romanowski würden „am ersten Tag“ nach Bildung einer Regierung an die polnischen Behörden überstellt. Beide haben der Regierung der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) in Polen angehört. Gegen sie liegen Haftbefehle polnischer Behörden vor. Magyar zufolge könnten die Politiker noch vor einem möglichen Regierungswechsel nach Minsk oder Moskau fliehen.

Die Erklärung folgte auf ein Treffen mit dem polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk am Freitag am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz. Beide berieten über eine Normalisierung der während der Amtszeit von Viktor Orbán belasteten Beziehungen, auch im Rahmen der Visegrád-Gruppe. Tusk veröffentlichte ein Foto des Gesprächs in sozialen Medien und schrieb: „Manche wollten Warschau zu Budapest machen. Heute will Budapest wie Warschau sein.“

Magyar erklärte zudem, Polen werde die Freigabe eingefrorener EU-Mittel für Ungarn unterstützen, sobald Korruptionsprobleme gelöst würden. Zugleich betonte er, weder seine Partei noch die Mehrheit der Ungarn würden eine beschleunigte EU-Mitgliedschaft der Ukraine befürworten.

Ziobro reagierte in sozialen Medien mit der Frage, ob Magyar den Ungarn gesagt habe, sein Sieg werde „Regenbogen-Freitage in Schulen einführen und die Strompreise in die Höhe treiben“. Die Parlamentswahl in Ungarn ist für den 12. April angesetzt.

polsatnews/PR/ps

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