Deutsche Redaktion

Regierung: Auch bei Veto gegen SAFE-Gesetz ist Teilnahme möglich

18.02.2026 10:27
Auch im Falle eines präsidialen Vetos gegen das Gesetz zur Umsetzung des EU-Aufrüstungsprogramms SAFE könnte Polen wesentliche Teile des Programms nutzen. Das sagte Regierungssprecher Adam Szłapka am Mittwoch im Fernsehsender Polsat News. Ein „Plan B“ würde den gesamten Prozess jedoch verlängern und komplizierter machen.
Zdjęcie ilustracyjne
Zdjęcie ilustracyjneMON

Szłapka betonte, das Gesetz erleichtere und beschleunige die Verwendung der Mittel und ermögliche eine umfassende Teilnahme an SAFE. Die Kritik sei von Politikern der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) ausgelöst worden, die das Programm aus parteitaktischen Gründen sabotieren wollten.

Das EU-Programm SAFE sieht insgesamt 150 Milliarden Euro in Form zinsgünstiger Darlehen für die Beschaffung von Militärgütern vor, die größtenteils in Europa produziert werden sollen. Ziel ist es, die Verteidigungsfähigkeit der EU-Staaten zu stärken und die Abhängigkeit von Rüstungsgütern aus den USA zu verringern.

Die EU-Mitgliedstaaten billigten am Dienstag endgültig den polnischen Investitionsplan im Rahmen von SAFE. Polen soll demnach 43,7 Milliarden Euro erhalten. Auf der nationalen Liste stehen 139 Projekte. Nach Angaben der Regierung sollen mehr als 80 Prozent der Mittel in die polnische Rüstungsindustrie fließen.

Das Gesetz zur Umsetzung des Programms war am 13. Februar vom Sejm verabschiedet worden. Die Abgeordneten von PiS und der rechtsgerichteten Konfederacja stimmten dagegen. Die Opposition kritisiert vor allem die Transparenz bei der Mittelverwendung und warnt vor möglichem politischen Druck aus Brüssel – ähnlich wie aus ihrer Sicht beim Nationalen Wiederaufbauplan nach der Corona-Pandemie.

PiS-Chef Jarosław Kaczyński hatte Präsident Karol Nawrocki aufgefordert, das Gesetz zu vetieren. Er sprach von „mächtigen politischen Aspekten“ des Programms und warnte vor einer stärkeren europäischen Integration unter deutscher Führung.

Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz erklärte dagegen, es werde zwar Kontrollmechanismen geben, diese dienten jedoch der ordnungsgemäßen und korruptionsfreien Mittelverwendung.

Nach Regierungsangaben ist eine rasche Verabschiedung entscheidend, da bereits Mitte März die Unterzeichnung des Darlehensvertrags und die Auszahlung einer ersten Tranche in Höhe von 15 Prozent der Gesamtsumme geplant sind. Die Mittel sollen in einen neu zu schaffenden Sicherheitsfonds fließen, der von der staatlichen Entwicklungsbank BGK verwaltet werden soll.


IAR/jc

Nationaler Sicherheitsrat: Nawrocki „lobbyiert für fremde Mächte“ vs. „SAFE gefährdet Polens Souveränität“

12.02.2026 12:55
Die Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats (RBN) und der EU-Verteidigungsfonds SAFE beherrschen heute die polnischen Pressekommentare. Präsident Karol Nawrocki wollte sich als sicherheitspolitischer Gestalter profilieren – doch hat das Treffen ihn gestärkt oder vielmehr die Regierung? Dient das milliardenschwere EU-Rüstungsprogramm SAFE der polnischen Verteidigung oder der deutschen Rüstungsindustrie? Und: Kann sich Polen einen Arbeitsmarkt ohne Einwanderer leisten? Mehr dazu in der Presseschau.

Bringt die MüSiKo einen transatlantischen Neustart?

14.02.2026 13:20
Der US-Außenminister hat auf der diesjährigen Sicherheitskonferenz die Freundschaft zwischen den USA und Europa betont. Friedrich Merz setzte in München auf eine neue Rhetorik gegenüber den USA. Zudem forderte er eine stärkere Führungsrolle Deutschlands in Europa. Sollte sich Polen eine stärkere Rolle der Bundesrepublik in der Sicherheitspolitik wünschen?

Polen erhält fast 44 Milliarden Euro für Aufrüstung

17.02.2026 10:39
Die EU-Mitgliedstaaten haben die Rüstungsprojekte Polens aus dem neuen europäischen Kreditfonds SAFE endgültig gebilligt. Die Finanzminister der 27 Länder gaben am Dienstag formell grünes Licht. Zuvor hatten bereits die EU-Botschafter zugestimmt.