Deutsche Redaktion

Präsident: Russland betrachtet Polen und die NATO als Feind

25.02.2026 09:40
Russland sieht Polen und die NATO als Gegner in einem „zivilisatorischen Krieg“ gegen den Westen. Moskau betrachte das Bündnis „ununterbrochen“ als seinen Hauptfeind, sagte Präsident Karol Nawrocki am Mittwoch bei einer Beratung mit Militärkommandeuren in Warschau.
Prsident Karol Nawrocki
Präsident Karol NawrockiGov.pl, CC BY 3.0 PL , via Wikimedia Commons

Moskau unternehme Schritte, „um die Glaubwürdigkeit des Mechanismus von Artikel 5 zu untergraben“ und werde die Staaten der gesamten Ostflanke weiter einschüchtern. Begleitet werde dies von einem „hohen Ausmaß hybrider Aktivitäten und Einflussoperationen in ganz Europa“.

Zugleich verwies Nawrocki auf die zunehmende Zusammenarbeit Russlands mit China. Es entstehe ein breiterer Block von Staaten, die das westliche Modell der internationalen Ordnung infrage stellten. „Leider wird Europa zu einem der zentralen Schauplätze dieser Rivalität“, sagte er.

Auch bei einer möglichen Veränderung der Intensität des Krieges in der Ukraine müsse sich Polen weiter auf Spannungen einstellen. „Wir müssen mit der Notwendigkeit rechnen, auf eine Reihe von Ereignissen und Zwischenfällen unterhalb der Kriegsschwelle zu reagieren, die unsere Widerstandsfähigkeit testen werden“, betonte Nawrocki. Eine scheinbare Deeskalation oder ein Einfrieren des Konflikts könne zu einer dauerhaften Teilung Europas führen. Russland bleibe „scheinbar geschwächt, aber in Wirklichkeit weiterhin kriegsbereit“.

Als wichtigsten Garant für die Sicherheit Polens bezeichnete der Präsident die eigenen Streitkräfte.

Sicherheit bei Mitteln aus SAFE-Programm

Mit Blick auf das Sicherheitsprogramm SAFE forderte Nawrocki Transparenz. „Die grundlegende Regel beim Aufbau von Sicherheit ist Gewissheit. Wir müssen also sicher sein, dass die Mittel aus dem SAFE-Programm nicht eingefroren oder ausgesetzt werden“.

Es brauche eine „kühle Bewertung, Ruhe und eine ehrliche Debatte – und keinen politischen Lärm“, sagte Nawrocki. Es handle sich um „eine enorme Verschuldung, die vom polnischen Staat über Jahrzehnte zurückgezahlt wird“. Die Bürger hätten daher ein Recht zu erfahren, welche tatsächlichen Kosten entstünden und zu welchen Bedingungen die Mittel vergeben würden.

Zudem sprach sich der Präsident für die Veröffentlichung der Liste von 139 Projekten aus, die im Rahmen des SAFE-Programms umgesetzt werden sollen.

 

IAR/jc

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