Deutsche Redaktion

Weißes Haus: Donald Trump erwägt NATO-Austritt – Gespräche mit Mark Rutte

09.04.2026 13:30
Präsident Donald Trump erwäge einen möglichen Austritt der Vereinigten Staaten aus der NATO. Darüber habe er auch mit Generalsekretär Mark Rutte gesprochen, erklärte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt am Donnerstag.
NATO-Generalsekretr Mark Rutte nimmt an einem Fototermin mit US-Auenminister Marco Rubio vor ihrem Treffen im State Department in Washington, D.C., am 8. April 2026 teil. Rutte hat sich auch mit US-Prsident Donald Trump getroffen.
NATO-Generalsekretär Mark Rutte nimmt an einem Fototermin mit US-Außenminister Marco Rubio vor ihrem Treffen im State Department in Washington, D.C., am 8. April 2026 teil. Rutte hat sich auch mit US-Präsident Donald Trump getroffen. EPA/JIM LO SCALZO

Bei einem Briefing zitierte sie zudem eine Botschaft Trumps zur NATO: „Sie wurden auf die Probe gestellt und haben versagt. Und ich würde hinzufügen: Es ist ziemlich traurig, dass sich die NATO in den letzten sechs Wochen von den Amerikanern abgewandt hat, während die Amerikaner ihre Verteidigung finanziert haben.“ Die Erklärung war eine Reaktion auf die Ankündigung der Bündnisstaaten, bei der Öffnung der Straße von Hormus helfen zu wollen.

Das Treffen mit Mark Rutte wurde nach einer Serie scharfer Äußerungen Trumps über das Bündnis einberufen, darunter offene Überlegungen zu einem Austritt der USA. Donald Trump hat dies mit der Haltung einiger Mitgliedstaaten im Zusammenhang mit dem Krieg gegen den Iran begründet.

Besonders scharf hat der US-Präsident Großbritannien und Spanien angegriffen. Er warf ihnen vor, zunächst die Nutzung ihrer Stützpunkte durch US-Streitkräfte verweigert und keine Schiffe zur Unterstützung bei der Öffnung der Straße von Hormus entsandt zu haben. Am Montag fügte er hinzu, er halte Mark Rutte zwar für eine „großartige Person“ und schätze ihn, doch das Bündnis habe ihn enttäuscht. „Wenn Sie die Wahrheit wissen wollen: Alles begann mit Grönland. Wir wollen Grönland. Sie wollen es uns nicht geben. Also habe ich gesagt: Tschüss“, erklärte Donald Trump zum Abschluss einer Pressekonferenz am Montag.

Grönland, ein autonomer Teil des Königreichs Dänemark, wurde im Januar zum Gegenstand eines scharfen diplomatischen Streits zwischen den Vereinigten Staaten und Dänemark sowie mehreren unterstützenden NATO-Staaten. Später erklärte Donald Trump auf dem World Economic Forum in Davos, er werde keine militärische Gewalt einsetzen, um die Kontrolle über die Insel zu erlangen. Zugleich hatte er zusätzliche Zölle auf Waren aus acht europäischen Staaten zurückgenommen, die militärische Delegationen nach Grönland entsandt hatten.

IAR/PR/ps

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