Deutsche Redaktion

Außenminister: Trumps NATO-Austrittsdrohungen sind ernst zu nehmen

03.04.2026 06:00
„Natürlich ist die NATO das Fundament unserer Sicherheit, und natürlich wollen wir ein guter, verlässlicher Verbündeter der Vereinigten Staaten sein. Aber wir können nicht so tun, als würde der US-Präsident nicht sagen, was er sagt“, erklärte Polens Chefdiplomat.
Polens Auenminister Radosław Sikorski erklrte am Donnerstag in einem Interview mit dem privaten Sender TVN24, uerungen von US-Prsident Donald Trump ber einen mglichen Rckzug der Vereinigten Staaten aus der NATO sollten ernst genommen und als realistisches Szenario betrachtet werden.
Polens Außenminister Radosław Sikorski erklärte am Donnerstag in einem Interview mit dem privaten Sender TVN24, Äußerungen von US-Präsident Donald Trump über einen möglichen Rückzug der Vereinigten Staaten aus der NATO sollten ernst genommen und als realistisches Szenario betrachtet werden. Tomasz Jastrzebowski/REPORTER

Polens Außenminister Radosław Sikorski erklärte am Donnerstag in einem Interview mit dem privaten Sender TVN24, Äußerungen von US-Präsident Donald Trump über einen möglichen Rückzug der Vereinigten Staaten aus der NATO sollten ernst genommen und als realistisches Szenario betrachtet werden. „Wir sollten diese Aussagen ernst nehmen und als reale Möglichkeit betrachten – besonders in Polen und entlang der gesamten Ostflanke sowie von allen politischen Kräften“, sagte Sikorski.

Sikorski erklärte, Polen müsse angesichts solcher Äußerungen Alternativen prüfen. Er riet auch, das Land benötige „zwei Versicherungspolicen“, statt sich nur auf eine Sicherheitsvereinbarung zu verlassen. „Natürlich ist die NATO das Fundament unserer Sicherheit, und natürlich wollen wir ein guter, loyaler Verbündeter der Vereinigten Staaten sein, aber wir können nicht so tun, als würde der US-Präsident nicht sagen, was er sagt“, fügte er hinzu.

Am Mittwoch hat die britische Zeitung The Telegraph Trumps Äußerungen zitiert, wonach dieser ernsthaft erwäge, die Vereinigten Staaten aus der NATO abzuziehen. Er habe das Bündnis als „Papiertiger“ bezeichnet. Später erklärte er der Nachrichtenagentur Reuters, er würde das Thema in einer Rede aufgreifen, wiederholte die Drohung jedoch letztlich nicht.

Gespräche mit 40 Ländern über den Iran-Konflikt

Bereits am Donnerstag hat Sikorski an einer Videokonferenz von Außenministern aus mehr als 40 Ländern teilgenommen. Das Treffen wurde von der britischen Außenministerin Yvette Cooper organisiert. Thema waren diplomatische und wirtschaftliche Maßnahmen zur Wiederherstellung der Schifffahrt durch die Straße von Hormus.

Er hat das Treffen als „nützlich“ bezeichnet. Minister aus Saudi-Arabien, Jordanien und den Golfstaaten haben Updates zur Lage angesichts anhaltender Angriffe mit iranischen Drohnen und ballistischen Raketen gegeben. Wie Sikorski erklärte, sei es aufgrund der geografischen Bedingungen und der iranischen Verteidigungsanlagen äußerst schwierig, die strategische Wasserstraße militärisch wieder zu öffnen.

Mit tieferem Blick auf den Konflikt im Nahen Osten warnte er zudem, dass Russland mit dem Iran verbündet und Teil einer „Achse“ sei, die parallele Kriege mit ähnlichen Waffen führe. „Russland kaufte zunächst iranische Shahed-Drohnen, begann dann deren Produktion unter Lizenz. Jetzt treffen diese Drohnen ukrainische Städte und Ziele im Golf, einschließlich Israel“, sagte Sikorski.

IAR/PAP/ps

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