Deutsche Redaktion

Bericht: Skepsis über Ukraines EU-Beitritt

28.05.2026 10:59
Innerhalb der Europäischen Union wachsen die Differenzen über einen möglichen EU-Beitritt der Ukraine. Nachdem ein bisheriges Veto Ungarns voraussichtlich wegfallen könnte, träten nun Vorbehalte anderer Mitgliedstaaten deutlicher hervor – insbesondere aus Frankreich und Deutschland, schreibt die französische Zeitung „Le Figaro“.
Prezydent Wołodymyr Zełenski i kanclerz Niemiec Friedrich Merz
Prezydent Wołodymyr Zełenski i kanclerz Niemiec Friedrich MerzReuters

Dem Bericht zufolge hatten sich mehrere Staaten bislang hinter der Blockade aus Budapest versteckt. Nun zeige sich, dass auch Frankreich und Deutschland den ukrainischen Beitrittsprozess deutlich langsamer vorantreiben wollen als von Kiew gefordert.

Die Mitgliedstaaten hätten zudem einen Vorschlag von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zurückgewiesen, das Verfahren zu beschleunigen. Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz habe darüber hinaus angeregt, der Ukraine zunächst einen Status als „assoziiertes Mitglied“ zu geben. Dieser Vorschlag sei von der ukrainischen Führung abgelehnt worden und habe innerhalb der EU keine Mehrheit gefunden.

Der ukrainische Botschafter bei der EU, Wsewolod Tschenzow, warnte laut „Le Figaro“, Europa müsse der Ukraine konkrete Perspektiven bieten. Die Ukraine sei inzwischen ein wichtiger Faktor für die europäische Verteidigung geworden. Das Land produziere bereits rund 60 Prozent seiner Ausrüstung für die Front selbst und verfüge über weltweit beachtete Erfahrungen im Bereich Drohnenabwehr.

Die Politologin Olena Prokopenko warnte zugleich vor schwindender Unterstützung für Europa in der ukrainischen Bevölkerung. Die Europäer müssten „Kreativität zeigen“ und den Ukrainern rasch konkrete Angebote machen, um eine Entwicklung wie in Georgien zu verhindern.


Le Figaro/jc

 

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