Deutsche Redaktion

Staatspräsident Nawrocki will Selenskyj höchsten Staatsorden aberkennen

19.06.2026 20:59
Damit erreicht der Streit zwischen Warschau und Kiew über den Umgang mit der Ukrainischen Aufständischen Armee UPA eine neue Stufe. Der Orden des Weißen Adlers sei kein gewöhnliches Ehrenzeichen, sagte Nawrocki. Eine solche Auszeichnung verlange nicht nur Verdienste, sondern auch Respekt vor den Grundwerten Polens.
Der Prsident der Republik Polen, Karol Nawrocki, hlt am 19. dieses Monats im Prsidentenpalast in Warschau eine Rede anlsslich der AgroLiga-Gala 2025. Ziel des Wettbewerbs ist die Wahl des nationalen AgroLiga-Meisters in den Kategorien Landwirte und Unternehmen. Im Rahmen der Veranstaltung wurden die besten Landwirte und Unternehmer der Agra
Der Präsident der Republik Polen, Karol Nawrocki, hält am 19. dieses Monats im Präsidentenpalast in Warschau eine Rede anlässlich der AgroLiga-Gala 2025. Ziel des Wettbewerbs ist die Wahl des nationalen AgroLiga-Meisters in den Kategorien „Landwirte“ und „Unternehmen“. Im Rahmen der Veranstaltung wurden die besten Landwirte und Unternehmer der AgraPAP/Marcin Obara

Polens Präsident Karol Nawrocki hat entschieden, dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj den Orden des Weißen Adlers abzuerkennen. Damit erreicht der Streit zwischen Warschau und Kiew über den Umgang mit der Ukrainischen Aufständischen Armee UPA eine neue Stufe. Damit die Entscheidung wirksam wird, ist noch die Gegenzeichnung des Ministerpräsidenten nötig.

Auslöser ist die Benennung einer Einheit der ukrainischen Streitkräfte nach den „Helden der UPA“. Nawrocki erklärte in einer Videobotschaft, Polen habe die Ukraine seit Beginn des russischen Angriffskriegs in außergewöhnlichem Umfang unterstützt — humanitär, finanziell und militärisch. Zugleich könne Polen nicht hinnehmen, dass ukrainische Soldaten unter einem Namen dienten, der in Polen auf so starken Widerspruch stoße.

Der Orden des Weißen Adlers sei kein gewöhnliches Ehrenzeichen, sagte Nawrocki. Er stehe für besonderes Vertrauen der Republik Polen und für Dankbarkeit des polnischen Volkes. Eine solche Auszeichnung verlange nicht nur Verdienste, sondern auch Respekt vor den Grundwerten Polens. Selenskyj war 2023 vom damaligen Präsidenten Andrzej Duda mit dem höchsten polnischen Orden ausgezeichnet worden.

Nawrocki betonte zugleich, die Entscheidung richte sich nicht gegen das ukrainische Volk und bedeute keine Abkehr von Polens sicherheitspolitischem Kurs. Warschau werde die Ukraine weiter unterstützen, weil die russische Aggression eine Gefahr für Polen und Europa darstelle.

Die ukrainische Regierung reagierte mit deutlicher Kritik. Außenminister Andrij Sybiha sprach von einem strategischen Fehler des polnischen Präsidenten, von dem nur Moskau profitiere. Er nannte die Entscheidung unbegründet und respektlos gegenüber Selenskyj und dem ukrainischen Staat. Zugleich kündigte er an, seine polnische Auszeichnung ebenfalls nicht behalten zu wollen.

IAR/adn


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