Deutsche Redaktion

Tusk zu Streit mit der Ukraine: „Strategischer Fehler“

22.06.2026 07:50
Der Konflikt zwischen polnischen und ukrainischen Politikern sei ein strategischer Fehler, unter dem beide Seiten leiden werden – wirtschaftlich, geopolitisch und in ihrem Ansehen. „Die Aufgabe der Präsidenten Selenskyj und Nawrocki besteht darin, die Emotionen zu dämpfen und nicht die Spannungen weiter anzuheizen. Die Frontlinie verläuft anderswo“, schrieb Ministerpräsident Donald Tusk am Sonntag in sozialen Medien. Damit bezog er sich auf die Entscheidung von Präsident Karol Nawrocki, dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj den Orden des Weißen Adlers abzuerkennen.
Ministerprsident Donald Tusk erklrte am Sonntag auf X, das Hineinschlittern polnischer und ukrainischer Politiker in einen Konflikt ist ein strategischer Fehler, unter dem beide Seiten leiden werden  wirtschaftlich, geopolitisch und in ihrem Ansehen.
Ministerpräsident Donald Tusk erklärte am Sonntag auf X, das „Hineinschlittern polnischer und ukrainischer Politiker in einen Konflikt ist ein strategischer Fehler, unter dem beide Seiten leiden werden – wirtschaftlich, geopolitisch und in ihrem Ansehen“. PAP/Wiktor Dąbkowsk

Ministerpräsident Donald Tusk erklärte am Sonntag auf X, das „Hineinschlittern polnischer und ukrainischer Politiker in einen Konflikt ist ein strategischer Fehler, unter dem beide Seiten leiden werden – wirtschaftlich, geopolitisch und in ihrem Ansehen“. In der Politik sei ein Fehler bekanntlich schlimmer als ein Verbrechen, fügte er hinzu. Tusk schrieb zudem, er bemühe sich in Gesprächen mit Polens europäischen Partnern darum, „die Schäden zu begrenzen und die Spannungen abzubauen“. Dies sei „keine leichte Aufgabe“. Bereits am Freitag hatte sich der Regierungschef zur Entscheidung von Karol Nawrocki geäußert. „Der Konflikt zwischen Polen und der Ukraine erfreut Wladimir Putin und schockiert unsere Verbündeten“, schrieb Tusk. „Die Aufgabe der Präsidenten Selenskyj und Nawrocki besteht darin, die Emotionen zu dämpfen und nicht die Spannungen weiter anzuheizen.“ „Die Frontlinie verläuft anderswo“, betonte er.

Verteidigungsminister: Alles entwickelt sich in die falsche Richtung

Zu den möglichen Folgen einer Verschlechterung der polnisch-ukrainischen Beziehungen hat sich am Freitag auch Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz geäußert. „Viele Polen fragen sich derzeit, wie unsere Beziehungen zur Ukraine künftig aussehen werden. Sicher ist, dass sich alles in eine sehr schlechte Richtung entwickelt. Eine Eskalation der Spannungen unter Verbündeten nützt nur dem Gegner“, schrieb er auf X.

Auch der Chef des Präsidialamts, Zbigniew Bogucki, hat dazu Stellung genommen. „Vertreter der ukrainischen Staatsführung geben polnische Auszeichnungen leichtfertig zurück und vergessen dabei, dass dieselben Hände einst um Hilfe baten – und diese Hilfe aus Polen kam: von der polnischen Regierung, den Selbstverwaltungen, Nichtregierungsorganisationen und Millionen Polen“, schrieb er auf X. In seinem Beitrag zitierte Bogucki zudem das Gedicht „Über die Undankbarkeit“ von General Ludwik Kropiński:

„So entstand die verfluchte Undankbarkeit:
Der Nehmende vergaß, der Gebende erinnert sich.
Vor Gott hätten beide großes Verdienst,
wenn der Erste sich erinnerte und der Zweite vergaß.“

Wolodymyr Selenskyj war 2023 vom damaligen Präsidenten Andrzej Duda mit dem Orden des Weißen Adlers ausgezeichnet worden. Ende Mai gab der ukrainische Präsident bekannt, einer ukrainischen Militäreinheit den Namen „Helden der UPA“ zu verleihen. Dies hat in Polen eine Welle der Kritik ausgelöst. Am Freitag hat Präsident Karol Nawrocki entschied, Selenskyj die Auszeichnung abzuerkennen.

dziennik/IAR/ps

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