Deutsche Redaktion

Putin-Kritiker tot in seinem Haus aufgefunden

23.06.2026 15:30
Der russische Journalist Grigorij Nechoroschew ist tot. Er hatte als Erster über die Beziehung von Wladimir Putin mit Alina Kabajewa berichtet. Der 69-Jährige wurde tot in seinem Haus in Riga aufgefunden. Er bezeichnete sich selbst als „persönlichen Feind Putins“. Als offizielle Todesursache wurde eine Pilzvergiftung mit Knollenblätterpilzen angegeben.
Nechoroschew war Chefredakteur der Zeitung Moskauer Korrespondent. Dort erschien ein Artikel ber die Beziehung des damals offiziell verheirateten Wladimir Putin mit der mehr als 30 Jahre jngeren ehemaligen Turnerin Alina Kabajewa.
Nechoroschew war Chefredakteur der Zeitung „Moskauer Korrespondent“. Dort erschien ein Artikel über die Beziehung des damals offiziell verheirateten Wladimir Putin mit der mehr als 30 Jahre jüngeren ehemaligen Turnerin Alina Kabajewa. EPA/ALEXANDER ZEMLIANICHENKO

Nach Medienberichten hatte der Mann giftige Pilze gegessen, die er zuvor auf seinem Grundstück gesammelt hatte. Seine Freundin Boschena Rynska erklärte, vermutlich habe eine schwere Pilzvergiftung zu seinem Tod geführt. „Es ist unklar, warum er ausgerechnet solche tückischen Pilze gegessen hat. Selbst erfahrene Pilzsammler verwechseln sie mitunter“, schrieb die Freundin des Journalisten.

Artikel über Putins Beziehung
Nechoroschew war Chefredakteur der Zeitung „Moskauer Korrespondent“. Dort erschien ein Artikel über die Beziehung des damals offiziell verheirateten Wladimir Putin mit der mehr als 30 Jahre jüngeren ehemaligen Turnerin Alina Kabajewa. Wie die Journalisten damals berichtet hatten, habe der russische Staatschef sich heimlich von seiner Ehefrau Ljudmila scheiden lassen.

Die Veröffentlichung aus dem Jahr 2008 brach mit einem Tabu in Russland und beschädigte das vom Kreml gepflegte Bild Putins als Verfechter traditioneller konservativer Familienwerte. Bereits einen Tag nach Erscheinen des Berichts wurde die Redaktion der Tageszeitung geschlossen.

Emigration des Journalisten
Der Journalist wurde mehrfach vom Inlandsgeheimdienst FSB verhört. Die Aufzeichnungen sollen direkt auf dem Schreibtisch des Präsidenten gelandet sein. Nach diesen Ereignissen bezeichnete sich Nechoroschew als „persönlichen Feind Putins“. Er hat Russland verlassen und sich in Lettland niedergelassen.

Auf Fragen zu seinen Beziehungen zu Kabajewa spielte Wladimir Putin später auf eines der Verhöre Nechoroschews an. „Ich mochte nie Menschen, die sich mit laufender Nase und ihren erotischen Fantasien in das Leben anderer einmischen“, sagte er damals. Während eines später veröffentlichten Verhörs war der Journalist tatsächlich stark erkältet. Die letzten elf Jahre seines Lebens verbrachte Nechoroschew als politischer Flüchtling in Riga. Er blieb ein Kritiker der russischen Führung und war weiterhin als Journalist und Kommentator aktiv.

dziennik/ps

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