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Deepfake mit ukrainischem Kommandeur: Kiew und Warschau warnen vor russischer Desinformation vor Wolhynien-Gedenken

10.07.2026 12:05
Vor dem Wolhynien-Gedenktag warnen Kiew und Warschau vor einer russischen Desinformationsoperation: Ein KI-Deepfake, Bots und gefälschte Profile sollen Misstrauen zwischen Polen und Ukrainern schüren.
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Ілюстрацыя.Foto: Фота: Shutterstock/Mego studio

Kiew und Warschau warnen vor einer russischen Desinformationsoperation, die den polnisch-ukrainischen Geschichtsstreit vor dem Wolhynien-Gedenktag am 11. Juli gezielt instrumentalisieren soll. Im Mittelpunkt steht ein KI-generiertes Video, das nach ukrainischen Angaben Feindseligkeit zwischen Ukrainern und Polen schüren und die polnische Unterstützung für die Ukraine untergraben soll.

Das ukrainische Zentrum zur Bekämpfung von Desinformation (CPD) teilte mit, Russland verbreite ein Video, in dem Jewhen Karas, Kommandeur des 413. selbständigen Drohnenregiments der Ukraine, angeblich erklärt, die Ukraine „brauche keine Hilfe von polnischer Seite“. „In Wirklichkeit ist dies ein durch künstliche Intelligenz erzeugtes Video. Diese Fälschung ist ein klassisches Beispiel für einen Deepfake, was spezialisierte Dienste zur Überprüfung von Multimedia-Dateien bestätigen“, erklärte das CPD.

Verbreitet werde das Video über TikTok, und zwar über ein Konto, das sich als ukrainischer Dienst zu den Unbemannten Systemkräften der ukrainischen Streitkräfte ausgibt. Nach Einschätzung des CPD ist der Deepfake ein weiteres Element einer russischen Desinformationsoperation zur Verschlechterung der Beziehungen zwischen Polen und der Ukraine. Die Kampagne habe sich vor dem polnischen Nationalen Gedenktag für die Opfer des von ukrainischen Nationalisten an Bürgern der Zweiten Polnischen Republik verübten Massakers verstärkt.

Regierung in Warschau rechnet mit Zunahme von Identitätsfälschungen

Auch polnische Stellen warnen vor Manipulationen rund um die Gedenkveranstaltungen. Das Kulturministerium rief zu „besonderer Aufmerksamkeit und Vorsicht gegenüber Inhalten mit starker emotionaler Aufladung“ auf. In der Medienöffentlichkeit seien desinformierende und manipulative Inhalte aufgetaucht.

Das Ministerium verwies dabei ausdrücklich auf Bots und gefälschte Profile. „Deshalb machen wir auf Versuche der Desinformation, der Manipulation der Botschaft sowie der künstlichen Verstärkung emotionaler Inhalte mithilfe automatisierter Konten (Bots) und falscher Profile aufmerksam. Derartige Handlungen können darauf abzielen, gesellschaftliche Spaltungen zu vertiefen, Spannungen zu eskalieren und das Vertrauen in öffentliche Institutionen zu untergraben“, hieß es in der Mitteilung.

Der Sprecher des polnischen Außenministeriums, Maciej Wewiór, sagte, in Polen sei in den kommenden Tagen mit einer Zunahme von Identitätsfälschungen zu rechnen. Dabei könnten sich Akteure als Institutionen oder andere Personen ausgeben, um negative Emotionen zwischen Polen und der Ukraine zu eskalieren.

Außenminister Radosław Sikorski warnte, von einer polnisch-ukrainischen Zuspitzung profitiere vor allem Russland. „Seit dem 17. Jahrhundert ist genug Zeit vergangen, um zu lernen, dass im Dreieck Polen-Ukraine-Russland dort, wo zwei sich streiten, der Dritte profitiert – und dieser Dritte ist immer Russland, zum Verlust sowohl der Ukraine als auch Polens“, sagte er. Sikorski appellierte: „Erhöhen wir unsere Wachsamkeit, seien wir nicht die Dummen, fallen wir nicht auf russische Provokationen herein.“

PAP/adn

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