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Washington Post: Trump setzt sich für dauerhaften G20-Sitz für Polen ein

16.07.2026 12:14
Peter Rough und Ulrich Speck schreiben in einem Gastbeitrag für die „Washington Post“, US-Präsident Donald Trump setze sich für einen ständigen polnischen Sitz in der G20 ein. Ein solcher Schritt würde laut den Autoren eine wichtige regionale Lücke schließen.
Warsaw skyline.
Warsaw skyline.Photo: Polish Radio

Washington/Warschau – Polen sollte nach Ansicht zweier Experten des konservativen Hudson Institute dauerhaft in die Gruppe der führenden Industrie- und Schwellenländer aufgenommen werden. Peter Rough und Ulrich Speck schreiben in einem Gastbeitrag für die „Washington Post“, US-Präsident Donald Trump setze sich für einen ständigen polnischen Sitz in der G20 ein.

Rough und Speck sehen in Polen einen Staat, dessen internationales Gewicht schneller gewachsen sei als sein formaler Einfluss in globalen Institutionen. Das Land habe seine Wirtschaftsleistung innerhalb von rund zwei Jahrzehnten verdoppelt und ein Bruttoinlandsprodukt von mehr als einer Billion Dollar erreicht. Es sei heute die sechstgrößte Volkswirtschaft der Europäischen Union und könne 2028 in die Gruppe der 20 größten Volkswirtschaften weltweit aufsteigen.

Polnischer Sitz würde regionale Lücke schließen

Ein ständiger polnischer Sitz würde nach Ansicht der Autoren zugleich eine regionale Lücke schließen. Während mehrere westeuropäische Staaten der G20 angehören, ist Mittel- und Osteuropa bislang nicht durch ein einzelnes Land dauerhaft vertreten. Die Mitglieder der Drei-Meere-Initiative hätten sich bei ihrem Gipfel im April in Dubrovnik hinter die polnische Kandidatur gestellt.

Die Experten verknüpfen ihren Vorschlag mit einer grundsätzlichen Kritik an der Entwicklung der G20. Das nach der Finanzkrise von 2008 gestärkte Forum habe sich in den vergangenen Jahren zunehmend von konkreten wirtschaftspolitischen Fragen entfernt. Trump wolle den diesjährigen Gipfel in Miami nach ihrer Darstellung auf Wachstum, Deregulierung, Energieversorgung und Künstliche Intelligenz ausrichten. Polen könne dabei ein wichtiger Verbündeter sein.

Polens Gründerszene und Investitionen in Verteidigungspolitik

Als weitere Argumente nennen Rough und Speck die polnische Gründerszene und die Rolle des Landes in der Verteidigungspolitik. Polen investiert seit Jahren einen hohen Anteil seiner Wirtschaftsleistung in das Militär und hat an der Ostflanke der Nato an Bedeutung gewonnen.

Die Autoren räumen allerdings ein, dass der wirtschaftliche Aufholprozess nicht abgeschlossen ist. Das Pro-Kopf-Einkommen liege weiterhin unter dem EU-Durchschnitt. Außerdem seien polnische Firmen noch nicht stark genug in internationale Innovationsnetzwerke eingebunden.

Kritisch fällt ihr Vergleich mit Südafrika aus. Rough und Speck begrüßen, dass die USA Polen zum diesjährigen Gipfel eingeladen hätten, während Südafrika als reguläres Mitglied nicht berücksichtigt worden sei. Geht es nach den Experten, hätten Korruption und staatlicher Interventionismus die südafrikanische Wirtschaft in den letzten Jahren erheblich geschwächt.

PAP/Washington Post/adn


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