Deutsche Redaktion
Folge uns auf Google

Folge uns auf Google, um unsere News immer ganz oben zu sehen.

Präsidialamt: Selenskyjs Ankündigung zu Wolhynien ist ein positives Signal

21.07.2026 11:00
Die Ankündigung zur Öffnung weiterer Archive und zur Ausweitung von Exhumierungsarbeiten im Zusammenhang mit den Verbrechen in Wolhynien, ist ein „positives Signal“. Zugleich betonte der Sprecher des polnischen Präsidenten, Rafał Leśkiewicz, dass die Archive des ukrainischen Inlandsgeheimdienstes SBU bereits seit Jahren für Historiker zugänglich seien.
Rafał Leśkiewicz
Rafał LeśkiewiczIAR/Piotr Podlewski

„Die Archive waren keineswegs verschlossen“, sagte Leśkiewicz am Dienstag. Er verwies darauf, dass er selbst mehrere Jahre lang eine polnisch-ukrainische Historikerkommission des Instituts für Nationales Gedenken (IPN) geleitet habe. Dabei habe es keine Schwierigkeiten gegeben, Dokumente zu den polnisch-ukrainischen Beziehungen oder zum Massaker von Wolhynien einzusehen.

Als eigentliche Neuerung bezeichnete Leśkiewicz die angekündigte Öffnung der Archive des ukrainischen Auslandsgeheimdienstes. Deren Inhalt sei bislang weitgehend unbekannt. Von größerer praktischer Bedeutung sei jedoch Selenskyjs Zusage, deutlich mehr Genehmigungen für Exhumierungsarbeiten zu erteilen.

Leśkiewicz erinnerte daran, dass Präsident Karol Nawrocki das Thema bei seinem jüngsten Treffen mit Selenskyj am Rande des Gipfels in Ankara angesprochen habe. Derzeit führt das IPN Ausgrabungen im früheren polnischen Dorf Wola Ostrowiecka in der heutigen Ukraine durch. Im Gegenzug werde auch Polen Genehmigungen für entsprechende Sucharbeiten ukrainischer Seite erteilen.

Auf die Frage nach den Auswirkungen auf die bilateralen Beziehungen sagte Leśkiewicz, historische Streitfragen und die aktuelle Sicherheitslage müssten voneinander getrennt werden. Die Unterstützung der Ukraine im Abwehrkampf gegen Russland liege weiterhin im Interesse Polens, der NATO und der Europäischen Union. Gleichzeitig müsse Warschau seine Forderungen in historischen Fragen konsequent vertreten.

Die jüngste Erklärung Selenskyjs sei der „erste positive Schritt“ seit den Spannungen, die durch die Entscheidung ausgelöst worden waren, einer ukrainischen Militäreinheit den Ehrennamen der Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA) zu verleihen. Diese Entwicklung müsse nun aufmerksam beobachtet und der Dialog mit der Ukraine fortgesetzt werden, betonte Leśkiewicz.

IAR/jc

 

Wolhynien-Gedenktag: Nawrocki will "polnische Ehre verteidigen" – Regierung mahnt zur Deeskalation

10.07.2026 11:55
Polens Präsident Nawrocki gedenkt am 11. Juli in Radruż der Opfer der Wolhynien-Massaker. Während sein Lager auf historischer Wahrheit und klarer Haltung zur UPA beharrt, ruft die Regierung zur Deeskalation auf. Kiew wirbt für einen behutsamen Dialog – auch mit Blick auf Russland.

Erste Opfer des Wolhynien-Massakers identifiziert

10.07.2026 14:30
Acht Opfer des von der UPA verübten Wolhynien-Massakers sind identifiziert worden. Das Institut für Nationales Gedenken kündigt weitere Exhumierungen der Opfer des Völkermords in Wolhynien an. Dies sei kein Erfolg, sondern die Wiederherstellung historischer Gerechtigkeit und Versprechen gegenueber den Familien der Opfer, teilte die Kulturministerin mit.

Polen begrüßt neue Schritte der Ukraine zur Aufarbeitung des Wolhynien-Massakers

20.07.2026 09:38
Polen hat die von der Ukraine angekündigten Maßnahmen zur weiteren Aufarbeitung der Massaker an der polnischen Zivilbevölkerung begrüßt. Ministerpräsident Donald Tusk erklärte am Freitag, die Beziehungen zwischen beiden Ländern müssten „auf gegenseitigem Respekt und Wahrheit“ beruhen.