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Forschungen an Massengräbern des deutschen Lagers KL Soldau abgeschlossen

05.10.2026 11:05
Wissenschaftler haben ihre Untersuchungen am Ort der Vergrabung von Opfern des deutschen Konzentrationslagers KL Soldau abgeschlossen. Dabei wurden sieben Massengräber freigelegt und mehr als 18 Tonnen menschlicher Asche und Überreste gesichert.
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Zdj. ilustracyjne Shutterstock

Bei den diesjährigen Arbeiten untersuchten Wissenschaftler der Pommerschen Medizinischen Universität in Stettin das siebte Massengrab. Dabei wurden die Überreste von mindestens 76 Erwachsenen, drei Kindern und einem Neugeborenen festgestellt. Nach Angaben des Kulturministeriums dürfte die tatsächliche Zahl der dort Bestatteten jedoch deutlich höher gewesen sein. Aufgrund der Größe des Grabes und anhand von Vergleichsdaten aus anderen Vernichtungsstätten wird geschätzt, dass dort zwischen 800 und 1.400 Menschen begraben wurden.

In dem Grab wurden außerdem 937 Gegenstände gefunden, darunter vor allem Teile deutscher Pistolen- und Gewehrmunition.

Die Untersuchungen im Białuty-Wald fanden 2019, 2021, 2022, 2024 und 2026 statt. Auf einer Fläche von rund 2.000 Quadratmetern wurden insgesamt sieben Massengräber, zwei Scheiterhaufen zur Verbrennung von Leichen sowie ein Ablageplatz für ausgegrabene Leichname entdeckt. Neben den menschlichen Überresten wurden mehr als 3.300 Gegenstände im Zusammenhang mit den Verbrechen gesichert. Die Forscher konnten die Überreste von 142 Menschen identifizieren, darunter 134 Erwachsene und acht Kinder.

Das deutsche Lager KL Soldau wurde im Winter 1939 auf dem Gelände einer ehemaligen Kaserne in Działdowo eingerichtet. Es war Teil des deutschen Terrorsystems im besetzten Nordpolen. Die genaue Zahl der Opfer ist bis heute nicht geklärt. Offizielle Angaben gehen von rund 3.000 Toten aus, Historiker schätzen die Zahl dagegen auf bis zu 30.000. Zu den Opfern gehörten auch zahlreiche polnische Geistliche.

Der Białuty-Wald war eine der wichtigsten Hinrichtungsstätten für Häftlinge des Lagers. Im Jahr 1944 versuchten die deutschen Besatzer, die Spuren der dort begangenen Massenmorde zu beseitigen.


PAP/jc

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