Etwa zwei Millionen Menschen mit biografischen Verbindungen zu Polen leben heute in Deutschland – und rund die Hälfte von ihnen spricht auch zu Hause Polnisch. Eine beeindruckende Zahl. Und doch ist das Prestige der beiden Sprachen, Polnisch und Deutsch, nicht immer gleich verteilt.
Die asymmetrische Wahrnehmung hat historische Gründe – sie reicht weit zurück in die wechselvolle Geschichte der deutsch-polnischen Beziehungen. Vor kurzem wurde dieses Thema in einer Vorlesung an der Universität der Drei Generationen in Berlin aufgegriffen. Dort ging es um die Geschichte der deutsch-polnischen Sprachkontakte – um Nähe, Distanz und gegenseitige Einflüsse.
Aber lassen wir für einen Moment die Geschichte beiseite – und richten den Blick auf die Gegenwart: Welche Stellung hat das Polnische heute in Deutschland? Wie verändert sich das Bild Polens? Und was bedeutet es, zwischen zwei Sprachen und Kulturen aufzuwachsen?
Darüber hat Arkadiusz Łuba mit Dr. Magdalena Telus, der wissenschaftlichen Leiterin des Kompetenz- und Koordinationszentrums Polnisch gesprochen.