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Deutsche Redaktion

Literarischer Kanon überflüssig?

12.02.2020 11:25
Wie soll man sich in einer Welt zurechtfinden, in der Literatur zur Ware wird? Dieser Frage geht in der aktuellen Ausgabe das Wochenmagazin Plus Minus nach. Außerdem geht es in der Presse auch um alte politische Ware in neuer Verpackung und ebenso spektakuläre wie unwirksame Rentenerhöhungen. 
Presseschau
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PLUS MINUS: Literarischer Kanon überflüssig?

Literarischer Kanon entsteht infolge eines Kampfes der Schriftsteller, Kritiker und der Leserschaft, stellt in einer Analyse des gegenwärtigen Büchermarktes der Publizist der Wochenzeitschrift Plus Minus Marcin Kube fest. Wie solle es aber weitergehen, wenn das Publikum plötzlich das Interesse an dem edlen Kampf verliere, fragt Kube. Das Buch werde zu einem medialen Ereignis in zwei Fällen: wenn man es im politisch-ideologischen Kampf ausnutzen könne, oder aber wenn es sich als ein gut zu verkaufendes Produkt erweise, lesen wir. Die Herausgeber wüssten es schon seit Langem. Leider hätten es bereits aber auch die Schriftsteller verstanden. Man verkaufe daher nicht nur ein Buch sondern ein gesamtes mediales Paket, eine mediale Persönlichkeit. Ein Buch allein sei zu wenig, um bemerkt zu werden und auf dem schwierigen Büchermarkt vom Schreiben selbst zu überleben. Man müsse eine Marke kreieren, die sich dann in Interviews, aber auch bei Fotoshootings und Werbekampagnen, Chat- und Videoübertragungen im Internet realisieren könne.

Geht es nach Marcin Kube, seien die Leser zu Fans geworden. Bekannte Schriftsteller, die ähnlich wie Stars agierten, habe es zwar schon immer gegeben. Schriftsteller-VIP‘s, die in erster Linie dafür bekannt seien, dass sie bekannt seien, und nicht weil sie Bücher schreiben, seien aber eine Erscheinung der modernen Zeit. Die Epidemie verschone auch begabte Autoren nicht, die davon ausgehen, dass sie den Weg einer schnellen Karriere gehen können, ohne dass sich dies negativ auf das Niveau ihrer Bücher auswirken werde. Wenn man aber Bücher schreibe, um das Interesse der Internetnutzer zu erwecken, werde man früher oder später alles tun, um die Anerkennung nicht zu verlieren.

Auf der anderen Seite würden Herausgeber Buchhandlungen mit Bestsellern überschütten, schreibt Marcin Kube weiter. Es seien meistens „Einwegbücher“, Schlager einer Woche, Bücher von Debütanten, die sofort als Klassiker verkauft werden. Wichtige Bücher, über die immer weniger Zeitungen berichten, müsse man indes im Internet bestellen. Es sei zugleich eine Welt, die sehr gut ohne Autoritäten auskomme. Eine kurze Rezension auf dem Buchcover könne doch ein befreundeter Autor aus demselben Verlag schreiben, Interviews gebe man nur dort, wo man keine schwierigen Fragen hören werde. Mit den Lesern könne man Kontakt direkt im Internet aufnehmen. Und wenn jemand es wage, das Buch zu kritisieren, könne man eine Hetzkampagne gegen ihn im Internet starten.

Wie sei mit dieser Welt also umzugehen, fragt abschließend Marcin Kube und antwortet: man müsse es akzeptieren, dass das anspruchsvolle Lesen keine Massenbeschäftigung werde. Und man sollte in Ruhe die Suche nach wichtiger Literatur auf eigenen Faust fortsetzen, lesen wir in Plus Minus.

 

DO RZECZY: Requiem für die Linken

Eine Partei, deren Anfang mit der Übernahme eines Teils des staatlichen Guts durch die Postkommunisten in den ersten Jahren der polnischen Transformation verbunden ist, werde Geschichte. Das Bündnis der Linken existiere nicht mehr und das sei eine gute Nachricht, schreibt in der Wochenzeitung Do Rzeczy Wojciech Wybranowski. Ein schlechte Nachricht sei zugleich die Tatsache, dass der Abgang nur ein Täuschungsmanöver sei. Ein Warschauer Gericht habe den Namenswechsel der Partei zugelassen, erklärt der Publizist. Nun werde die Partei Neue Linke heißen. Neu werde in der Partei aber gar nichts sein, urteilt Wybranowski. Es gehe einzig und allein um eine neue Verpackung für die gleiche, alte politische Ware, die man demnächst mit einigen neuen Elementen dekorieren werde. Für die alten Inhalte werde zum Beispiel der Postkommunist Wodzimierz Czarzasty sorgen, der ab und zu erinnere, welchem politischen Milieu er entstamme, indem er zum Beispiel die Rote Armee als Befreier Polens bezeichne. Man sollte daher nicht vergessen, wie die alte Ware geschmeckt habe, schreibt Wybranowski weiter und erinnert an einige spektakuläre Affären aus der Zeit der postkommunistischen Regierungen. Der Publizist erinnert auch an die Aktionen der Polizei, die brutal gegen antikommunistische Demonstranten vorgegangen war. Man sollte diese Affären in Erinnerung behalten, wenn sich die alte Linke in neuer Kleidung als Beschützer der Demokratie und Rechtsstaatlichkeit wird darzustellen versuchen, so Wojciech Wybranowski in Do Rzeczy. 

 

SUPER EXPRESS: Rentenerhöhung – spektakulär und unwirksam

Ab März werde es in Polen eine weitere Rentenerhöhung geben, informiert das Blatt Super Express. Die Valorisierung solle über 3.5 Prozent betragen. Das Blatt analysiert in der neuen Ausgabe die Erhöhungen, die in den letzten Jahren die Regierungspartei unternommen hat. Das Lebensniveau der Senioren liege der Regierungspartei besonders am Herzen, lesen wir. Den Zahlen sei zu entnehmen, dass in den letzten Jahren die Mindestrente um 320 Zloty gestiegen ist: von 880 auf 1200 Zloty (umgerechnet 300 Euro). Fast 100 Euro in vier Jahren sehe gut aus, stellt das Blatt fest. Nur seien zur gleichen Zeit die Preise in Polen in die Höhe geschossen. Hohe Preise verursachen wiederum, dass die Senioren nach den Rentenerhöhungen gar nicht mehr Geld in ihren Börsen hätten, so Super Express.


Autor: Jakub Kukla