Deutsche Redaktion

Smog über Deutschland. Polen verantwortlich?

04.02.2026 11:00
Im Mittelpunkt stehen heute Missstände in privaten Tierheimen in Polen und Forderungen nach strengeren Kontrollen sowie gesetzlichen Reformen zum Schutz von Tieren. Zudem geht es um die Debatte in Deutschland über Smog und grenzüberschreitende Luftverschmutzung – mit Vorwürfen, ein Teil der Belastung komme aus Polen. Außerdem berichten die Medien über Kontroversen rund um eine politische Veranstaltung in einem Hotel bei Warschau und die Entscheidung des Betreibers, die Einnahmen daraus vollständig für Hilfsprojekte in der Ukraine zu spenden.
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DO RZECZY: Debatte über Missstände in privaten Tierheimen

Im Präsidentenpalast fand am Dienstag ein Treffen von Präsident Karol Nawrocki und First Lady Marta Nawrocka mit der Sängerin Dorota „Doda“ Rabczewska, schreibt die Wochenzeitschrift Do Rzeczy. Wie die Präsidialkanzlei mitteilte, wurde das Treffen als Reaktion auf beunruhigende Berichte über dramatische Zustände in Tierheimen in Bytom und Sobolewo einberufen. Dort soll es über Jahre hinweg zu gravierenden Vernachlässigungen und inakzeptabler Behandlung von Tieren gekommen sein. Thema der Gespräche war die Situation privater Tierheime in Polen sowie mögliche Reformen zum Schutz der dort untergebrachten Tiere.

Nach dem Treffen veröffentlichte Rabczewska ein Video in sozialen Medien, in dem sie ihre Eindrücke schilderte. Sie äußerte sich zufrieden über den Verlauf der Gespräche und betonte die aus ihrer Sicht erkennbare Bereitschaft zur Hilfe auf Seiten des Präsidenten. Zugleich äußerte sie die Hoffnung, dass den Ankündigungen konkrete Maßnahmen folgen würden, lesen wir.

Die Sängerin erklärte, dass sowohl viele Bürger als auch der Präsident bislang kein vollständiges Bewusstsein über die Funktionsweise problematischer privater Tierheime – gehabt hätten. Sie kündigte an, sich als politisch unabhängige Künstlerin als Vermittlerin zwischen unterschiedlichen politischen Lagern engagieren zu wollen.

Rabczewska unterstrich, dass Tierschutz kein politisches Thema sein dürfe. Tiere hätten keine politischen Farben und sollten nicht für parteipolitische Auseinandersetzungen instrumentalisiert werden. Seit mehreren Wochen setzt sich Doda öffentlich für strengere Kontrollen privater Tierheime sowie für gesetzliche Änderungen ein, darunter höhere Strafen bei Tiermisshandlung und der Entzug des Rechts auf Tierhaltung, berichtet Do Rzeczy.

 

DZIENNIK/GAZETA PRAWNA: Smog über Deutschland. Polen verantwortlich?

Deutsche Medien berichten derzeit über eine stark verschlechterte Luftqualität und machen Polen teilweise für die Smogbelastung verantwortlich. In Berichten ist von einer „roten Fahne“ aus verschmutzter Luft die Rede, die sich über weite Teile Deutschlands ziehe, schreibt Dziennik/GAzeta Prawna unter Berufung auf deutsche Pressetitel.

In den vergangenen Wochen war Polen nicht nur von Frost betroffen, sondern auch von hoher Luftverschmutzung. In vielen Regionen wurden die zulässigen Feinstaubwerte deutlich überschritten. Nach Angaben deutscher Medien wirkt sich die Smogbelastung auch auf Nachbarländer aus. In zahlreichen deutschen Städten wird derzeit der von der Weltgesundheitsorganisation empfohlene Warnwert überschritten.

Die Medien führen die Situation auf Ostwinde zurück, die Emissionen aus polnischen Kohlekraftwerken und privaten Heizungen nach Deutschland transportierten. Daten des EU-Luftüberwachungssystems Copernicus zufolge stammen demnach 54 Prozent der Feinstaubbelastung in Berlin aus Polen, in Hamburg 46 Prozent und in Hannover 33 Prozent.

Meteorologe Karsten Brandt erklärte, dass südöstliche Luftströmungen verschmutzte Luftmassen aus Osteuropa heranführten. Ein erheblicher Teil der Feinstaubemissionen entstehe durch das Verbrennen ungeeigneter Brennstoffe. Der Wetterexperte Dominik Jung kritisierte, Deutschland investiere stark in Umwelt- und Klimaschutz, bekomme jedoch verschmutzte Luft aus dem Ausland gratis aus Polen geliefert, schreibt Dziennik/Gazeta Prawna.

 

WYBORCZA.BIZ: Hotel spendet kontroverse Einnahmen für die Ukraine

Im Komplex Arche Pałac i Folwark Łochów in der Nähe von Warschau fand am Samstag die zentrale programmatische Veranstaltung der umstrittenen Partei Konfederacja Korony Polskiej unter der Führung von Grzegorz Braun statt. Wie Wyborcza.biz berichtet, hatten Kritiker im Vorfeld versucht, die Hotelleitung zum Rücktritt vom Vertrag zu bewegen. 

Trotz des öffentlichen Drucks hielt der Betreiber an der Vereinbarung fest. Bei der Eröffnung des Kongresses mit dem Namen „KINGS“ bedankte sich Braun ausdrücklich bei den Gastgebern dafür, dass sie dem Vertrag trotz situativer Belastungen nachgekommen seien.

Gleichzeitig distanzierte sich das Unternehmen öffentlich von den politischen Positionen der Partei. Der Vorstandsvorsitzende Władysław Grochowski erklärte, Veranstaltungen dieser Art förderten Extremismus, Polarisierung und Radikalisierung, was seinen persönlichen Werten und denen seines Unternehmens widerspreche.

Grochowski kündigte an, sämtliche Einnahmen aus der Veranstaltung für die Unterstützung der Ukraine zu spenden, die sein Unternehmen seit Beginn des russischen Angriffskrieges unterstütze. Er bezeichnete die Konfederacja Korony Polskiej als gefährliche Bewegung.

Wie Wyborcza.biz berichtet, wird der gesamte Umsatz der Veranstaltung – einschließlich der von Arche getragenen Kosten – in Höhe von über 120 Tausend Zloty an Hilfsprojekte in der Ukraine weitergeleitet. Dabei gehe es nicht um Gewinn, sondern um den vollständigen Erlös der Veranstaltung, schreibt Wyborcza.biz.


Autor: Jakub Kukla

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