Deutsche Redaktion

Israelische Sängerin Kirel soll in Polen Geschichtsunterricht bekommen

23.05.2023 12:13
Warschau will das israelische Popsternchen Noa Kirel nach Polen einladen. In Polen soll sie aus erster Hand über die tragische Geschichte Polens während des Zweiten Weltkriegs erfahren, sagte der stellvertretende Außenminister Paweł Jabłoński.
Noa Kirel
Noa KirelAaron Chown/PAP/PA Wire

„Wir wollen der Sängerin unser Leid zeigen und würden gerne verstehen, warum sie auf diese Weise über unser Heimatland denkt“, schrieb Jabłoński auf Twitter.

Noa Kirel belegte beim letzten Eurovision Song Contest den dritten Platz. Als sie von Polen für ihren Auftritt die maximale Punktezahl bekam, löste sie mit ihrem Kommentar Empörung aus. „Wenn Polen Israel 12 Punkte gibt, nachdem fast die gesamte Familie Kirel im Holocaust ermordet wurde, ist das ein Sieg“, sagte sie unmittelbar nach dem Wettbewerb gegenüber israelischen Nachrichtenagenturen.

„Die Tatsache, dass viele Menschen in Israel Polen als Mitschuldigen an den deutschen Verbrechen ansehen - und nicht als deren Opfer - ist oft nicht so sehr das Ergebnis von bösem Willen als vielmehr von mangelndem Wissen und unvollständiger Bildung“, so Jabłoński.


Wie er hinzufügte, solle Kirel nach Polen kommen und „mit eigenen Augen die Orte sehen, an denen Nazi-Deutschland grausame Verbrechen gegen Polen und Juden in unserem Land begangen hat“.

Sechs Millionen Juden, darunter fast alle der rund 3 Millionen polnischen Juden, wurden während des Holocaust von den deutschen Nazis in deutschen Konzentrationslagern ermordet.

PAP/jc