Deutsche Redaktion

Außenminister: „Eine Art Nord Stream, aber mal hundert“

30.11.2025 08:05
Polens Außenminister Radosław Sikorski hat Überlegungen deutlich kritisiert, wonach die Ukraine im Zuge möglicher Friedensverhandlungen Gebietsverluste hinnehmen könnte. Hintergrund sind Berichte, dass Teile der US-Verhandlungsführung unter Donald Trump Russland wirtschaftliche Zugeständnisse machen wollen. „Polen wird sich nicht am Feilschen um ukrainisches Land beteiligen; wir werden solche Dinge bewerten, aber nicht absegnen“, sagte Sikorski am Samstag im Sender TVN24.
Radosław Sikorski
Radosław SikorskiPAP/Paweł Supernak

Der Minister reagierte damit auf einen Bericht des Wall Street Journal, dem zufolge US-Unterhändler hoffen, die russische Wirtschaft für amerikanische Investoren zu öffnen. Einige Unternehmen sollen bereits eine Rückkehr nach Russland vorbereiten. Sollte dies daran gekoppelt sein, dass die Ukraine territoriale Zugeständnisse machen müsse, wäre dies „eine Art Nord Stream, aber mal hundert“, warnte Sikorski.

Noch sei unklar, ob die US-Diplomatie tatsächlich ein rasches Abkommen zulasten Kiews anstrebe. „Aber da sind ernsthafte Leute engagiert“, sagte der Minister. Die polnische Regierung, die auf Einhaltung des Völkerrechts und auf die US-Sicherheitsgarantien für die Ukraine pocht, könnte in einem solchen Szenario „unbequem“ werden.

Sikorski betonte zudem, dass die Enthüllungen des WSJ in den USA „Antikörper erzeugen“ würden, da nicht alle politischen Akteure solche Pläne unterstützten. Für Europa seien die Berichte jedoch „keine gute Nachricht“. Man erlebe derzeit „eine beunruhigende Verkettung von Ereignissen“.

Spekulationen über eine mögliche Abtretung des Donbass lehnte Sikorski ab. Die Ukraine müsse den Krieg mit „verteidigungsfähigen Grenzen“ beenden. „Wenn sie das nicht tut, ist das ein Rezept für den nächsten Krieg“, sagte er.


TVN24/jc 

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