Polens Präsident Karol Nawrocki hat an Heiligabend Soldaten und Offiziere nahe der östlichen Landesgrenze besucht und betont, dass Frieden und Sicherheit ohne ihren täglichen Einsatz nicht zu erreichen seien. Bei einem Treffen im Dorf Jaryłówka, nahe der Grenze zu Weißrussland, sagte Nawrocki, die Kriegsgefahr sei weiterhin präsent. Er verwies dabei auf den Druck auf Polens Grenzen durch Russland und dessen Verbündeten.
„Kriege gehören zu unserer gesellschaftlichen Realität“, erklärte der Präsident. „Wir wollen Frieden und Sicherheit, doch ohne den täglichen Einsatz polnischer Soldaten und Offiziere ist das nicht möglich.“ Polens Grenzen seien mehr als Linien auf der Landkarte. Sie seien „die Schwelle unseres Hauses“. Ihre Verteidigung stellte Nawrocki vor den Hintergrund der Geschichte des Landes, das einst mehr als ein Jahrhundert lang ohne staatliche Souveränität existiert hatte.
In einer Ansprache an polnisches Militärpersonal im In- und Ausland sagte Nawrocki, sie würden als Botschafter des Landes handeln und zur Stärkung des Bündnisses beitragen, unter anderem durch Einsätze an der Ostflanke der NATO. Als Oberbefehlshaber der Streitkräfte betonte der Präsident, sein Besuch solle Respekt zeigen und jenen danken, die sich entschieden hätten, an Heiligabend „für die gemeinsame Sicherheit und das Gemeinwohl“ Dienst zu leisten. Zudem wünschte er den Soldaten und Offizieren friedliche Weihnachten.
Zuvor hatte Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz mitgeteilt, dass an Heiligabend landesweit rund 20.000 polnische Soldaten im Einsatz seien. Er richtete seine Wünsche an alle Angehörigen der polnischen Streitkräfte und deren Familien sowie an die zivilen Mitarbeiter der Armee und des Verteidigungsministeriums. Sie seien „eine große militärische Familie“, die für den Schutz des Landes verantwortlich sei.
„Nicht nur der Soldat dient – die ganze Familie dient“, sagte Kosiniak-Kamysz. Er kündigte an, dass ab dem kommenden Jahr der 15. Mai als Tag der Militärfamilie begangen werde. Damit sollen Soldaten und ihre Angehörigen für ihren Beitrag zur Landesverteidigung gewürdigt werden.
PAP/PR/ps