Deutsche Redaktion

Iraner in Polen fordern internationale Unterstützung für Proteste

14.01.2026 15:30
In Polen lebende Iraner organisieren in Warschau Demonstrationen, um die internationale Gemeinschaft zur Unterstützung der Protestierenden in ihrem Heimatland aufzurufen. Dort hält der landesweite Widerstand gegen die regierende Islamische Republik trotz steigender Opferzahlen unter den Demonstranten an.
In Warschau sind zwei Demonstrationen angekndigt: am Freitag, den 16. Januar, um 16.00 Uhr vor der US-Botschaft sowie am Samstag, den 17. Januar, um 14.00 Uhr auf der Krakowskie Przedmieście-Strae.
In Warschau sind zwei Demonstrationen angekündigt: am Freitag, den 16. Januar, um 16.00 Uhr vor der US-Botschaft sowie am Samstag, den 17. Januar, um 14.00 Uhr auf der Krakowskie Przedmieście-Straße.EPA/ANDY RAIN

„Wir wollen den Sturz des Regimes, doch dafür brauchen wir Hilfe aus dem Ausland“, sagte die seit mehr als 15 Jahren in Polen lebende Reyhaneh Mansouri im Gespräch mit dem Auslandsdienst des Polnischen Rundfunks. Wie sie hinzufügte, sei eine ausländische Intervention zwar nicht ideal, aber möglicherweise der einzige Weg, um die blutige Niederschlagung der landesweiten Proteste zu stoppen und weitere Todesopfer zu verhindern.

Iraner trotzen der Repression und fordern ein Ende des Regimes
Mansouri betonte, das Regime reagiere auf abweichende Meinungen mit Gewalt, Massenverhaftungen und Hinrichtungen. „Millionen Iraner protestieren täglich trotz der Risiken. Die Menschen erkennen ihre Stärke und wollen Veränderung“, sagte sie. Zugleich verwies sie auf die persönlichen Folgen der Lage: Ihre Familie lebe weiterhin im Iran, die Kommunikation werde häufig durch Internetsperren unterbrochen. „Die einzige Lösung ist ein vollständiger Systemwechsel“, sagte sie und appellierte an die internationale Gemeinschaft, auf die Stimmen des iranischen Volkes zu hören.

Die Menschenrechtsagentur Human Rights Activists News Agency (HRANA) berichtete am Dienstag, seit Beginn der Proteste vor mehr als zwei Wochen seien mindestens 2.403 Menschen getötet und mehr als 18.000 festgenommen worden. Offizielle Zahlen haben die iranischen Behörden nicht veröffentlicht. Die Demonstrationen begannen in Teheran aus wirtschaftlichen Gründen und haben sich inzwischen auf 614 Orte in allen 31 Provinzen des Landes ausgebreitet.

Proteste in Warschau geplant
In Warschau sind zwei Demonstrationen angekündigt: am Freitag, den 16. Januar, um 16.00 Uhr vor der US-Botschaft sowie am Samstag, den 17. Januar, um 14.00 Uhr auf der Krakowskie Przedmieście-Straße.

IAR/PR/ps

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