Deutsche Redaktion

Justizminister: Hinweise zu möglicher Epstein-Affäre an Staatsanwaltschaft melden

12.03.2026 08:45
Polens Justizminister hat dazu aufgerufen, mögliche Hinweise zu polnischen Verbindungen in der sogenannten Epstein-Affäre der Staatsanwaltschaft zu melden. Jeder, der über Wissen in dieser Angelegenheit verfüge, solle sich an die Nationale Staatsanwaltschaft wenden, erklärte Waldemar Żurek am Mittwoch auf der Plattform X. „Das ist sehr wichtig“, betonte er.
Neu verffentlichte Akten im Fall des amerikanischen Finanzierers enthalten mehrere Hinweise auf polnische Staatsbrger.
Neu veröffentlichte Akten im Fall des amerikanischen Finanzierers enthalten mehrere Hinweise auf polnische Staatsbürger.MARTIN BUREAU/AFP/East News

Zuvor hatte die Nationale Staatsanwaltschaft mitgeteilt, dass Ermittlungen wegen des Verdachts auf Menschenhandel aufgenommen worden seien. Untersucht werde, ob es zwischen 2009 und 2019 auch auf polnischem Staatsgebiet zu entsprechenden Taten gekommen sein könnte.

Drei erfahrene Staatsanwälte prüfen mögliche Aktivitäten einer internationalen kriminellen Gruppe, an der auch polnische Staatsbürger beteiligt gewesen sein könnten. Die Gruppe soll zwischen 2005 und 2018 in den USA, in Polen und in weiteren Ländern mit Menschenhandel befasst gewesen sein.

Den bisher analysierten Dokumenten zufolge besteht der Verdacht, dass in Polen Frauen und Mädchen – darunter auch Minderjährige – angeworben wurden. Sie sollen über den tatsächlichen Charakter einer angeblichen Arbeit im Ausland getäuscht und anschließend ins Ausland gebracht worden sein, wo sie sexuell ausgebeutet worden sein könnten.

Żurek erklärte, Menschenhandel setze nicht zwingend Entführung oder körperliche Gewalt voraus. Auch Täuschung, Betrug oder die Ausnutzung einer schwierigen Lebenssituation könnten den Tatbestand erfüllen. Bei Minderjährigen könne bereits die Anwerbung zum Zweck der Ausbeutung eine Straftat darstellen.

Die Ermittlungen stehen im Zusammenhang mit Dokumenten aus den USA zum Fall des amerikanischen Finanzinvestors und verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein. Darin finden sich auch Hinweise auf mögliche polnische Verbindungen.

Menschenhandel kann in Polen mit bis zu 20 Jahren Haft bestraft werden.

PAP/jc

 

Neue Epstein-Dokumente: Polnische Namen tauchen in den freigegebenen Akten auf

03.02.2026 06:40
Neu veröffentlichte Akten im Fall des amerikanischen Finanzierers und verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein enthalten mehrere Hinweise auf polnische Staatsbürger. Die Unterlagen, die vom US-Justizministerium am vergangenen Freitag freigegeben wurden, umfassen nach offiziellen Angaben rund drei Millionen Seiten, etwa 2.000 Tonaufnahmen sowie ungefähr 180.000 Fotografien. 

Akten zu Epstein: Kaum Hinweise auf Kontakte zu polnischen Eliten

05.02.2026 11:15
Die von den US-Behörden veröffentlichten Akten zum Fall des verstorbenen Finanziers Jeffrey Epstein zeigen zahlreiche internationale Verbindungen, liefern jedoch kaum Hinweise auf enge Kontakte zu polnischen Eliten. Zwar befanden sich über Jahre hinweg auch Polen in Epsteins Umfeld, und der Multimilliardär stand mit mehreren Frauen aus Polen in Kontakt. Belastbare Belege für Beziehungen zu polnischen Spitzenpolitikern oder einflussreichen Persönlichkeiten finden sich in den Dokumenten jedoch nicht. Eine seltene Ausnahme ist die Erwähnung eines Treffens mit dem ehemaligen Tennisspieler Wojciech Fibak.