Deutsche Redaktion

Armenien nimmt prorussische Oppositionsvertreter vor Wahlen fest

16.04.2026 15:50
Armenische Antikorruptionsbehörden haben Berichten zufolge 14 Personen festgenommen, die mit einer prorussischen Oppositionspartei in Verbindung stehen. Sie werden der Wahlbestechung verdächtigt. Die Festnahmen erfolgen weniger als zwei Monate vor der Parlamentswahl in dem südkaukasischen Land.
Armeniens prowestlicher Ministerprsident Nikol Paschinjan.
Armeniens prowestlicher Ministerpräsident Nikol Paschinjan.Primeminister.kz, CC BY 4.0 , via Wikimedia Commons

Zwei weitere Mitglieder der Oppositionspartei „Starkes Armenien" wurden am Dienstag festgenommen und beschuldigt, gegen ein Verbot wohltätiger Aktivitäten während des Wahlkampfs verstoßen zu haben, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. Armenien, ein postsowjetischer Staat, der im Energiebereich von Russland abhängig ist, hält am 7. Juni Parlamentswahlen ab. Laut einer Umfrage des in den USA ansässigen International Republican Institute vom Februar liege „Starkes Armenien" hinter der regierenden, prowestlichen Partei „Zivilvertrag" auf dem zweiten Platz.

Die Partei wird von dem armenisch-russischen Milliardär Samwel Karapetjan geführt. Er steht derzeit vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen öffentlich zum Sturz der Regierung von Ministerpräsident Nikol Paschinjan aufgerufen zu haben. Paschinjan hatte sich im Februar bei einem Besuch in Warschau die Unterstützung des polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk für die EU-Beitrittsbestrebungen Armeniens zugesichert.

Anfang April hat der russische Diktator Wladimir Putin Paschinjan bei einem Treffen im Kreml gewarnt, Moskau werde eine engere Annäherung Armeniens an die EU nicht tolerieren.

IAR/euronews/ps

Kommentar: Armenien und Aserbaidschan: Eine Chance auf dauerhaften Frieden?

31.08.2025 08:42
Der jahrzehntelange Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan um Bergkarabach galt lange als unlösbar. Mehrfach flammten Kriege auf, Waffenstillstände hielten nur begrenzt, Vermittlungsversuche blieben erfolglos. Heute jedoch scheint eine Lösung so greifbar wie nie zuvor. Was hat sich verändert – und welche Chancen bestehen für einen dauerhaften Frieden im Südkaukasus? EIn Kommentar von Wojciech Górecki – Analyst am Zentrum für Osteuropastudien (OSW).

Kommentar: Warum Vance’ Besuch im Kaukasus geopolitisch schwer wiegt

16.02.2026 10:57
Auf den ersten Blick sah es nach diplomatischer Routine aus. Zwei Länder, zwei Dokumente, zwei Fototermine. Würde man den Erfolg einer offiziellen Reise an der Zahl der unterzeichneten Vereinbarungen messen, wäre der Besuch des amerikanischen Vizepräsidenten J.D. Vance am 9. und 10. Februar in Armenien und Aserbaidschan kaum der Rede wert gewesen. Und doch war er politisch alles andere als Routine. Ein Kommentar vom Kaukasus-Experten Wojciech Górecki. 

Deutlicher Anstieg ausländischer Kriminalität in Polen

25.03.2026 15:30
Die Zahl der in organisierte Kriminalität in Polen verstrickten ausländischen Staatsangehörigen ist im vergangenen Jahr um nahezu die Hälfte gestiegen. Die meisten sollen aus ehemaligen Sowjetstaaten stammen, wie die Tageszeitung Rzeczpospolita am Mittwoch schrieb.

Staatssender startet armenischsprachigen Fernsehkanal gegen Desinformation

06.04.2026 11:40
Polens Staatssender TVP hat einen armenischsprachigen Nachrichtenkanal gestartet, der sich an das Publikum in Armenien sowie an die armenische Diaspora richtet. Ziel ist es, russischer Desinformation entgegenzuwirken. Der vom polnischen Außenministerium finanzierte Initiative stellt die nächste Phase beim Ausbau mehrsprachiger Nachrichtenangebote für die Länder der Östlichen Partnerschaft dar.