Deutsche Redaktion

Ungarn gibt Widerstand gegen EU-Kredit auf?

22.04.2026 10:46
Nach monatelanger Blockade durch Ungarn steht die Freigabe eines milliardenschweren EU-Kredits für die Ukraine offenbar kurz bevor. Am Mittwoch soll bei einem Treffen der EU-Botschafter die Zustimmung zu einer Finanzhilfe in Höhe von 90 Milliarden Euro erfolgen.
Kaja Kallas
Kaja KallasFoto: EPA/OLIVIER HOSLET

Die Entscheidung folgt auf die Reparatur der beschädigten Druschba-Pipeline durch die Ukraine. Die wichtige Ölleitung war Ende Januar bei russischen Angriffen beschädigt worden. Inzwischen wurde der Transit nach Ungarn wieder aufgenommen.

Die Regierung in Budapest hatte die Auszahlung der bereits im Dezember vereinbarten EU-Hilfe zuletzt blockiert. Nun erklärte sie, ihr Veto aufzugeben. Beobachter sehen einen Zusammenhang mit der Wiederaufnahme der Ölversorgung.

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sprach von der Beseitigung der „letzten Hürde”.

Für die Ukraine ist die Finanzhilfe von zentraler Bedeutung. Angesichts angespannter Haushaltslage hatte Kiew zuletzt bereits Ausgaben, unter anderem für Rüstungsgüter, reduziert, um die Zahlungsfähigkeit des Staates zu sichern.


PAP/jc

 

Orban bekräftigt Veto gegen Ukraine-Kredit

19.03.2026 10:23
Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban hat sein Veto gegen eine geplante EU-Finanzhilfe für die Ukraine in Höhe von 90 Milliarden Euro bekräftigt. Vor Beginn eines EU-Gipfels in Brüssel machte er deutlich, dass Budapest seine Haltung vorerst nicht ändern werde.

Ungarns Außenminister soll Russland über EU-Sitzungen informiert haben

23.03.2026 06:31
Ungarns Außenminister Péter Szijjártó soll Russland laut einem Medienbericht regelmäßig über interne Beratungen im Rat der Europäischen Union informiert haben. Das berichtete die „Washington Post“. Opposition spricht von „Verrat“. 

„Orbáns Ungarn eine existenzielle Bedrohung für die EU"

10.04.2026 13:30
Ungarn unter Orbán stelle eine existenzielle Gefahr für die EU dar. Sollte Viktor Orbán trotz allem nach den Wahlen am Sonntag an der Macht bleiben, müsse ihm das Stimmrecht im EU-Rat entzogen werden – ebenso wie die Möglichkeit, an dessen Sitzungen teilzunehmen. Während der 16-jährigen Regierungzeit von Viktor Orbán habe sich in Ungarn ein oligarchisches System herausgebildet. Geschäftsleute mit direkten Verbindungen zum Umfeld des Premierministers hätten große Vermögen aufgebaut. Präsident Karol Nawrocki hat den Amtseid vom Parlament neu gewählter Richter des Verfassungsgerichts nicht entgegengenommen. Obwohl sich der Präsidentenpalast als Verteidiger der Rechtsstaatlichkeit positioniere, liege die weitere Eskalation des Konflikts im politischen Interesse des Staatsoberhaupts und seines Lagers. Mehr dazu in der Presseschau.