Deutsche Redaktion

Zondacrypto-Chef nach Israel geflohen?

24.04.2026 13:30
Wie Journalisten von Onet ermittelt haben, sei Zondacrypto-Chef Przemysław Kral nach Israel ausgereist. Polens stellvertretende Innenminister sieht geringe Chancen, ihn ins Land zurückzubringen. „Wir haben keine guten Erfahrungen mit der Überstellung von Personen aus Israel“, betonte er. Wegen erheblicher Liquiditätsprobleme der Kryptobörse sind ihre Bitcoin-Reserven um 99 Prozent geschrumpft. In Polen könnten dadurch bis zu 30.000 Personen geschädigt worden sein.
Nach Recherchen des Portals Onet sei der Vorstandsvorsitzende von Zondacrypto, Przemysław Kral, nach Israel ausgereist. Zudem besitze er seit Kurzem die Staatsbrgerschaft dieses Landes.
Nach Recherchen des Portals Onet sei der Vorstandsvorsitzende von Zondacrypto, Przemysław Kral, nach Israel ausgereist. Zudem besitze er seit Kurzem die Staatsbürgerschaft dieses Landes.MIROSLAW STELMACH/REPORTER & YouTube/screen

Wie das Nachrichten-Portal Onet am Freitag berichtet, sei der Vorstandsvorsitzende von Zondacrypto in den vergangenen Jahren nicht in Polen erschienen, da er eine Festnahme befürchtet habe. Przemysław Kral soll in Monaco gelebt haben. Nach Recherchen des Portals sei er jetzt nach Israel ausgereist. Zudem besitze er seit Kurzem die Staatsbürgerschaft dieses Landes. Wird Przemysław Kral als israelischer Staatsbürger an die polnische Justiz ausgeliefert?
Im privaten Radiosender RMF24 äußerte sich der stellvertretende Innenminister ausweichend und wenig optimistisch zu der Angelegenheit. „Wir haben keine guten Erfahrungen mit der Überstellung von Personen aus Israel“, sagte Czesław Mroczek. Seit mehreren Jahren werde auch das mysteriöse Verschwinden des Gründers der Vorgängerbörse von Zondacrypto – BitBay, Sylwester Suszek, untersucht.

„Wir haben es mit neuen Umständen zu tun, insbesondere mit Handlungen zum Nachteil vieler Menschen, die dort Geld investiert haben. Das ist eine äußerst ernste Angelegenheit“, betonte der Minister. „Wir haben auch Informationen, über die wir offen gesprochen haben, wonach die Finanzierungsquellen dieses Geschäfts sehr zweifelhaft und unklar waren“, fügte der stellvertretende Innenminister hinzu.  Medien zufolge führen die Spuren der Affäre nach Dubai: Beteiligungen an der Börse seien über Firmen in den Vereinigten Arabischen Emiraten gelaufen, im Umfeld tauchten russische Investoren auf. 

Klienten verlieren 82 Mio. Euro an beliebter Börse
Anfang April haben Medien berichtet, die in Estland registrierte Kryptowährungsbörse Zondacrypto habe möglicherweise erhebliche Liquiditätsprobleme. Eine Analyse von money.pl und Wirtualna Polska zeigte einen Rückgang der Bitcoin-Reserven der Börse um 99 Prozent. Zudem sollen Kunden Probleme bei der Auszahlung ihrer Mittel gehabt haben.

Zondacrypto-Chef Przemysław Kral hatte letzte Woche in einer Erklärung versichert, die Plattform sei stabil, zahlungsfähig und sicher. Ihm zufolge sei die Analyse von money.pl „fehlerhaft, unwahr und schädigend“. Die Regionalstaatsanwaltschaft in Katowice hat daraufhin Ermittlungen wegen möglichen Betrugs an Kunden der Kryptowährungsbörse Zondacrypto eingeleitet. Sejmmarschall Włodzimierz Czarzasty erwägt einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu der Affäre. Die größte in Polen tätige Krypto-Börse ist auch Hauptsponsor des Polnischen Olympischen Komitees. Kunden berichten über blockierte Konten und ausbleibende Auszahlungen. Nach Angaben der Ermittler belaufe sich die Gesamtschadenshöhe derzeit auf mindestens 82 Millionen Euro. Ministerpräsident Donald Tusk erklärte in der vergangenen Woche, dass im Zusammenhang mit der Tätigkeit von Zondacrypto bis zu 30.000 Personen geschädigt worden sein könnten.

RMF24/ps

„Ukrajinska Prawda“: Tymur Mindytsch in Israel aufgespürt?

22.12.2025 06:40
Ukrainische Journalisten sollen den des Korruptionsverdachts im Energiesektor beschuldigten Geschäftsmann Tymur Mindytsch in Israel gefunden und fotografiert haben.

Auszahlungsprobleme bei Zondacrypto

07.04.2026 11:05
Bei der polnischen Kryptobörse Zondacrypto verdichten sich die Hinweise auf Schwierigkeiten bei Auszahlungen. Immer mehr Nutzer berichten, dass sie teils über mehrere Tage hinweg keinen Zugriff auf ihre Gelder erhalten. Damit bestätigen sich Recherchen mehrerer Medien, die bereits in der vergangenen Woche über Probleme bei der Plattform berichtet hatten.

Zondacrypto-Affäre: Wo ist Polens „Bitcoin-König“? Spur nach Dubai, russischer Hintergrund

23.04.2026 11:00
Anteile an einer der größten polnischen Kryptobörsen sind an Gesellschaften in den Vereinigten Arabischen Emiraten gegangen, die von Firmen aus Luxemburg kontrolliert werden und dem verschwundenen Sylwester Suszek gehören, berichtet „Rzeczpospolita“ am Donnerstag. Im Hintergrund tauchen russische Verbindungen, Verdacht der Geldwäsche und Fragen nach dem Schicksal des „Bitcoin-Königs“ auf.

Zondacrypto-Affäre: Sejmmarschall Czarzasty bringt Untersuchungsausschuss ins Spiel

23.04.2026 12:09
Sejmmarschall Włodzimierz Czarzasty brachte einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss ins Spiel und machte Präsident Karol Nawrocki mitverantwortlich. Laut der Rzeczpospolita führen Spuren der Affäre nach Dubai.