Deutsche Redaktion

Medien: Russische Mafia hinter Kryptobörse-Affäre

27.04.2026 13:00
Dem polnischen Geheimdienst zufolge, habe eine der gefährlichsten organisierten Verbrechergruppen Russlands die Kontrolle über die Kryptobörse Zondacrypto übernommen. Das berichtet die Tageszeitung „Gazeta Wyborcza“.
Ministerprsident Donald Tusk hat in der Affre um Zondacrypto zuvor von russischen Verbindungen gesprochen. Nach Angaben von Gazeta Wyborcza habe er sich dabei auf eine geheime Notiz des polnischen Inlandsgeheimdienstes ABW gesttzt.
Ministerpräsident Donald Tusk hat in der Affäre um Zondacrypto zuvor von „russischen Verbindungen“ gesprochen. Nach Angaben von „Gazeta Wyborcza“ habe er sich dabei auf eine geheime Notiz des polnischen Inlandsgeheimdienstes ABW gestützt.Foto: MIROSLAW STELMACH/REPORTER

Die sogenannte Tambowskaja Bratwa – ein kriminelles Netzwerk mit mutmaßlichen Verbindungen zu Politikern aus der Partei von Präsident Wladimir Putin – soll im Juli 2018 die Mehrheitsanteile an der kriselnden Börse übernommen haben. Damals habe sie noch unter dem Namen BitBay operiert und befand sich in finanziellen Schwierigkeiten. Ministerpräsident Donald Tusk hatte in der Affäre um Zondacrypto zuvor von „russischen Verbindungen“ gesprochen. Nach Angaben von „Gazeta Wyborcza“ habe er sich dabei auf eine geheime Notiz des polnischen Inlandsgeheimdienstes ABW gestützt.

Die Tambowskaja-Gruppe sei in den 1980er Jahren als gewaltsam agierendes Erpressungsnetzwerk entstanden. Es habe ihren Einfluss Anfang der 1990er Jahre auf den Treibstoffsektor sowie auf Regierungskreise in Sankt Petersburg ausgeweitet.

Medienberichten zufolge soll die Gruppe mit Putin in Verbindung stehen, der damals als stellvertretender Bürgermeister der Stadt tätig war. Die Notiz der ABW beschreibe demnach, wie die Übernahme über einen polnischen Vermittler abgewickelt wurde. Der Mehrheitsanteil soll formal vom Mitgründer Mateusz Bajer übertragen worden sein.
Das Eigentum sei an drei in den Vereinigten Arabischen Emiraten registrierte Gesellschaften übergegangen. Diese seien vom Mitgründer der Börse, Sylwester Suszek, eingerichtet worden. Nach Angaben der Zeitung stammten die Mittel für die Transaktion jedoch von der russischen Gruppe. Im Zuge der Übernahme sollen zwei Zahlungen in Höhe von jeweils mehreren Dutzend Millionen Euro erfolgt sein. Der mutmaßliche Vermittler wird als wenig bekannter polnischer Geschäftsmann beschrieben, der bereits zuvor im Treibstoffsektor Kontakte zu der kriminellen Gruppe unterhalten habe.

PR/tvp.info/wyborcza/ps

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