Deutsche Redaktion

Experte: Sinkendens Vertrauen in NATO

28.05.2026 11:48
Der neue Sicherheitsvertrag zwischen Polen und Großbritannien zeigt nach Einschätzung des britischen Russland-Experten Keir Giles, dass europäische Staaten zunehmend nach zusätzlichen Sicherheitsgarantien außerhalb der Nato suchen. In einem Gespräch mit dem Polnischen Rundfunk sagte Giles, Großbritannien habe die Bedrohung durch Russland zu lange unterschätzt.
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Bild:EPA/Robin van Lonkhuijsen

Polen nehme Fragen der Verteidigung deutlich ernster als viele westliche Staaten und könne deshalb sogar Vorbild für London sein. „Polen ist der Partner in dieser Beziehung. Es hat Verantwortung für die Verteidigung übernommen und zeigt dem widerwilligen Großbritannien den Weg“, sagte Giles.

Nach Ansicht des Experten hätten insbesondere Polen und die baltischen Staaten das Ausmaß der russischen Gefahr wesentlich früher erkannt als Westeuropa. Großbritannien habe sich dagegen über Jahre auf politische Erklärungen und kreative Haushaltsmethoden beschränkt, um Nato-Vorgaben bei den Verteidigungsausgaben formal zu erfüllen.

Besonders kritisch äußerte sich Giles zur Entwicklung innerhalb der Nato. Die wachsende Zahl bilateraler und regionaler Verteidigungsabkommen in Europa sei ein Zeichen sinkenden Vertrauens in das Bündnis. „Die Tatsache, dass Staaten Verteidigungsbeziehungen außerhalb der Nato suchen, ist ein Signal für den schwindenden Glauben daran, dass das Bündnis dann funktionieren wird, wenn es wirklich gebraucht wird“, sagte er.

Russland könne diese Entwicklung als Hinweis verstehen, dass die Nato im Fall eines aggressiven Vorgehens des Kremls gegen ein europäisches Land „nicht unbedingt die Antwort sein wird“, warnte Giles.

Zugleich regte der Experte an, Polen könne künftig eine führende Rolle innerhalb der von Großbritannien geführten nord­europäischen Militärkoalition Joint Expeditionary Force übernehmen. Polen gebe derzeit gemessen an seiner Wirtschaftsleistung besonders viel für Verteidigung aus und nehme Sicherheitsfragen besonders ernst.


IAR/jc

NATO-Chef verspricht weitere Untertstützung für Ukraine

14.05.2026 09:40
NATO-Generalsekretär Mark Rutte hat nach dem Gipfel der sogenannten Bukarest-Neun (B9) die weitere Unterstützung für die Ukraine bekräftigt. „Wir müssen alles tun und der Ukraine weiterhin die notwendige Unterstützung geben, denn die Sicherheit der Ukraine ist unsere Sicherheit“, sagte Rutte bei einer Pressekonferenz in Bukarest.

Streit um US-Truppen: Tusk attackiert Opposition und Präsidenten

18.05.2026 10:07
Ministerpräsident Donald Tusk hat Oppositionschef Jarosław Kaczyński und Präsident Karol Nawrocki scharf kritisiert. Kaczyński versuche, Polen die Schuld für Entscheidungen Washingtons über eine Verringerung des militärischen Engagements der USA in Europa zuzuschieben, schrieb Tusk am Sonntag auf der Plattform X. Nawrocki wiederum „bewirft im Beisein anderer Staats- und Regierungschefs in Bukarest den eigenen Staat mit Schmutz“, erklärte der Regierungschef.

Mehrere NATO-Länder lehnen Unterstützung für die Ukraine ab

25.05.2026 10:47
Mehrere Nato-Staaten haben einen Vorschlag von Nato-Generalsekretär Mark Rutte zur künftigen Militärhilfe für die Ukraine abgelehnt. Wie die britische Zeitung „The Telegraph“ berichtete, sprachen sich Großbritannien, Frankreich, Spanien, Italien und Kanada gegen den Plan aus.

Bericht: Washington will Präsenz in Europa reduzieren

27.05.2026 06:46
Die USA planen laut einem Medienbericht eine schrittweise Reduzierung ihrer militärischen Präsenz in Europa. Wie das Portal „Politico“ unter Berufung auf Diplomatenkreise berichtet, sollen strategische Bomber, Kampfflugzeuge, U-Boote und Kriegsschiffe teilweise aus Europa abgezogen werden. Über die Pläne seien Nato-Verbündete bereits bei einem Treffen von Bündnisvertretern informiert worden.