Deutsche Redaktion

Nach E3-Treffen in London: Tusk fordert Platz für Polen am Ukraine-Tisch

10.06.2026 11:45
Ministerpräsident Donald Tusk sagte nach einem Telefonat mit Bundeskanzler Friedrich Merz, Vereinbarungen ohne polnische Beteiligung seien für Warschau nicht bindend.
Premierminister Donald Tusk auf einer Pressekonferenz vor dem Sitz des Kanzleramtes der Republik Polen in Warschau nach der Regierungssitzung am 9. dieses Monats. Monika Piątkowska wird die gemeinsame Kandidatin von KO und PSL bei den vorgezogenen Wahlen zum Brgermeister von Krakau sein. (jm) PAPPaweł Supernak
Premierminister Donald Tusk auf einer Pressekonferenz vor dem Sitz des Kanzleramtes der Republik Polen in Warschau nach der Regierungssitzung am 9. dieses Monats. Monika Piątkowska wird die gemeinsame Kandidatin von KO und PSL bei den vorgezogenen Wahlen zum Bürgermeister von Krakau sein. (jm) PAP/Paweł SupernakPAP/Paweł Supernak

Polen pocht auf Mitsprache bei europäischen Gesprächen über die Zukunft der Ukraine – und richtet diese Forderung besonders an das E3-Format mit Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Ministerpräsident Donald Tusk sagte nach einem Telefonat mit Bundeskanzler Friedrich Merz, Vereinbarungen ohne polnische Beteiligung seien für Warschau nicht bindend.

Polen sei ein unverzichtbarer Akteur, wenn ernsthaft über die Zukunft der Ukraine und der Region gesprochen werde.

Tusk will erweitertes Treffen mit Polen und Italien

Auslöser war ein Treffen in London, bei dem Merz, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der britische Premier Keir Starmer mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gesprochen hatten.

Tusk kündigte nun ein erweitertes Treffen mit Polen und Italien an. Zugleich räumte er ein, dass solche Formate schnell neue Ansprüche auslösen können – etwa von weiteren großen EU-Staaten.

London reagiert zurückhaltend

Die britische Seite reagierte zurückhaltend. Downing Street verwies laut TVN24 auf die Zusammenarbeit mit vielen Staaten in der „Koalition der Willigen“; Hauptziel bleibe die Solidarität mit der Ukraine.

PAP/tvn24/dpa/adn

Deutscher Jurist: Polen hat mehr Gründe als Italien, am Verhandlungstisch zu sitzen

13.12.2025 15:30
In den Debatten über die Ukraine sollte Polen einen festen Platz haben. „Ich hoffe, dass Polen im Weißen Haus vertreten sein wird, wenn die Europäer das nächste Mal dorthin reisen. Polen hat mehr Gründe, am Verhandlungstisch zu sitzen als etwa Italien“, sagte der Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC), der deutsche Jurist und frühere Diplomat, Wolfgang Ischinger, im Gespräch mit der polnischen Presseagentur PAP.

„Polnisch-britischer Vertrag als Antwort auf Bedrohung durch Russland"

28.05.2026 17:00
Nicht mehr die Amerikaner, sondern die Europäer spielen eine Schlüsselrolle bei der Beendigung des Krieges in der Ukraine. Mit dem Abschluss eines Verteidigungspakts mit Großbritannien zeige Polen, dass es daraus Konsequenzen ziehe. Das Abkommen unterstreiche diese Entwicklung. Der Ministerrat in Polen hat einen Gesetzentwurf zur sozialen Absicherung von Personen in künstlerischen Berufen verabschiedet. Dieses Vorhaben bündele wie unter einem Brennglas sämtliche Schwächen der Sozialpolitik in Polen. Und: Falschalarme in Polen: die Festnahme junger Verdächtigen bedeute noch nicht automatisch, dass sie das gesamte Vorgehen von Anfang bis Ende gesteuert haben. Mehr dazu in der Presseschau.