Deutsche Redaktion

Ex-Premier Morawiecki gibt ukrainischen Orden zurück

01.07.2026 06:26
Der frühere Ministerpräsident Mateusz Morawiecki hat seinen ukrainischen Orden des Fürsten Jaroslaw des Weisen an das Museum zum Gedenken an die Opfer des Massakers von Wolhynien in Chełm übergeben. Das teilte der PiS-Politiker am Dienstag mit.
Mateusz Morawiecki
Mateusz MorawieckiTomasz Jastrzebowski/REPORTER

Morawiecki erklärte, die Auszeichnung solle dort an die Zehntausenden polnischen Opfer der Massaker in Wolhynien erinnern. Zugleich übte er scharfe Kritik an der ukrainischen Führung und warf ihr vor, die historische Aufarbeitung der Verbrechen der Ukrainischen Aufständischen Armee, der UPA, zu verweigern.

„Möge diese Auszeichnung dort zu einem Symbol des Gedenkens an die Zehntausenden unschuldigen Polen werden“, sagte Morawiecki. „Wenn die korrupte ukrainische Elite dazu nicht in der Lage ist, dann werde ich es an ihrer Stelle tun.“

Den Orden hatte Morawiecki 2022 gemeinsam mit PiS-Chef Jarosław Kaczyński vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj erhalten. Kaczyński hatte bereits angekündigt, seine Auszeichnung ebenfalls zurückzugeben.

Hintergrund ist der zuletzt eskalierte Streit zwischen Warschau und Kiew über den Umgang mit der UPA. Auslöser war die Entscheidung Selenskyjs, einer Einheit der ukrainischen Streitkräfte den Ehrennamen „Helden der UPA“ zu verleihen. Daraufhin entzog Polens Präsident Karol Nawrocki Selenskyj den Orden des Weißen Adlers. Mehrere ukrainische Spitzenpolitiker gaben anschließend ihre polnischen Auszeichnungen zurück.

Morawiecki: Neue Front im Streit mit Polen

Morawiecki kritisierte außerdem Ministerpräsident Donald Tusk. Dieser reagiere nicht entschieden genug auf die jüngsten Äußerungen Selenskyjs und den Umgang der Ukraine mit ihrer historischen Erinnerungskultur, sagte der ehemalige Regierungschef.

„Mit seiner skandalösen Entscheidung eröffnet Selenskyj eine neue Front im Streit mit Polen. Er will Verbrecher der UPA ehren. Offenbar reicht ihm die Front gegen die Russen nicht mehr aus, und er sucht nach neuen Konflikten. Ich frage: Wo bleibt die Reaktion von Donald Tusk?“, sagte Morawiecki in einem in den sozialen Medien veröffentlichten Video.


„Polnische Patrioten an der Spitze mit Präsident Karol Nawrocki verteidigen das nationale Gedenken, während die Regierung den Kopf in den Sand steckt und Kiew dabei hilft, immer weitere Grenzen zu überschreiten. Polen sagt: Es reicht. Ohne die Wahrheit über Wolhynien, ohne Exhumierungen und ohne ein Ende des Bandera-Kults kann es keine Zustimmung zu weiteren EU-Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine geben“, fügte Morawiecki hinzu.


IAR/jc


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