Deutsche Redaktion

Suche nach Kompromiss: Ukrainischer Außenminister reist nach Warschau

03.07.2026 12:00
Nach einem unbestätigten Bericht von Wirtualna Polska soll Sybiha einen Vorschlag zum historischen Dialog mitbringen.
Der ukrainische Auenminister Andrii Sybiha nimmt am 1. Juli 2026 im Iikura Guest House in Tokio, Japan, an einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem japanischen Auenminister Toshimitsu Motegi teil. Der ukrainische Auenminister hlt sich nach einem Besuch in Sdkorea in Tokio auf. EPAFRANCK ROBICHON Quelle: PAPEPA..
Der ukrainische Außenminister Andrii Sybiha nimmt am 1. Juli 2026 im Iikura Guest House in Tokio, Japan, an einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem japanischen Außenminister Toshimitsu Motegi teil. Der ukrainische Außenminister hält sich nach einem Besuch in Südkorea in Tokio auf. EPA/FRANCK ROBICHON Quelle: PAP/EPA..EPA/FRANCK ROBICHON

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha trifft in Warschau seinen polnischen Amtskollegen Radosław Sikorski. Offiziell soll es um die Beziehungen zwischen beiden Staaten und die Lage an der Front gehen. Im Hintergrund steht jedoch der Streit über historische Erinnerung, der die Beziehungen zwischen Polen und der Ukraine zuletzt stark belastet hat.

Der Sprecher des ukrainischen Außenministeriums, Heorhij Tychyj, erklärte, Sybiha lege auf dem Rückweg aus Japan einen Zwischenstopp in Warschau ein, „wo er ein Treffen mit dem Außenminister Polens, Radosław Sikorski, haben wird“. Der polnische Außenamtssprecher Maciej Wewiór nannte als Themen „die Beziehungen zwischen beiden Staaten sowie die Lage an der Front“.

Nach einem unbestätigten Bericht von Wirtualna Polska soll Sybiha einen Vorschlag zum historischen Dialog mitbringen. Dabei gehe es unter anderem um die Würdigung von General Marko Bezruczko, der 1920 an der Seite Polens gegen die Bolschewiki kämpfte.

Der Konflikt entzündete sich an der Ehrung ukrainischer Einheiten mit Bezug auf die UPA und an der Schaffung eines ukrainischen Nationalpantheons. Polen betrachtet die Verbrechen an der polnischen Bevölkerung in Wolhynien als Völkermord; als Täter gelten die Bandera-Fraktion der OUN und die ihr unterstellte UPA. In der Ukraine werden OUN und UPA dagegen häufig als Symbole des Unabhängigkeitskampfes und des Widerstands gegen die Sowjetunion gesehen; viele ukrainische Stimmen ordnen die Ereignisse als Teil eines breiteren polnisch-ukrainischen Konflikts ein.

Selenskyj schlug zuletzt einen versöhnlicheren Ton an. „Wenn es Fragen gibt, werden Antworten gefunden. Die Ukraine ist dazu bereit“, sagte er. Der ukrainische Präsidentenberater Serhij Kysłycia erklärte zudem, es gebe „keine Grundlage“ für die Annahme, Polen könne den EU-Beitrittsprozess der Ukraine blockieren.

Russland instrumentalisiert das Wolhynien-Thema seit Jahren in seiner Propaganda, um Polen und Ukrainer zu entzweien. Eine Abkühlung zwischen Warschau und Kiew wird in Moskau deshalb mit Zufriedenheit registriert.

PAP/IAR/adn

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