Deutsche Redaktion

Ukraine verschiebt Bandera-Bestattung

09.06.2026 04:52
Die Ukraine wird vorerst auf eine Überführung von Stepan Bandera verzichten. Wie das Nachrichtenportal Wirtualna Polska (WP) berichtet, laufen zwischen dem Umfeld des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und dem polnischen Präsidialamt Gespräche über einen möglichen Kompromiss. Demnach könnte Kiew auf die Überführung und feierliche Neubestattung des 1959 in München ermordeten Anführers der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN), Stepan Bandera, in die Ukraine verzichten.
Stepan Banderas Grab in Mnchen.
Stepan Banderas Grab in München.Markus Köllner, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons

Auslöser der Debatte waren mehrere Entscheidungen der ukrainischen Führung, die in Polen auf scharfe Kritik stießen. Dazu zählt unter anderem die Benennung einer ukrainischen Militäreinheit nach den „Helden der UPA“. In Polen werden die Ukrainische Aufstandsarmee (UPA) und Teile der OUN mit den Massakern an der polnischen Bevölkerung in Wolhynien während des Zweiten Weltkriegs in Verbindung gebracht.

Nach Angaben von WP hat die ukrainische Seite inzwischen die negativen Auswirkungen des Streits auf die öffentliche Meinung in Polen erkannt. Ziel der laufenden Gespräche sei es, eine weitere Verschlechterung der Beziehungen zwischen beiden Ländern zu verhindern.

Dem Bericht zufolge erwartet die polnische Seite konkrete Schritte, um staatlich geförderte Formen der Verherrlichung von Persönlichkeiten zu beenden, die in Polen mit Verbrechen gegen die polnische Zivilbevölkerung in Verbindung gebracht werden. Rein symbolische Änderungen würden dabei als nicht ausreichend angesehen.


wp/jc

Ukraine dementiert Pläne zur Umbettung von Stepan Bandera

28.05.2026 11:22
Die Ukraine plant keine Überführung der sterblichen Überreste des ukrainischen Nationalistenführers Stepan Bandera von München nach Kiew. Dies sagte der Leiter des Ukrainischen Instituts für Nationales Gedenken Oleksandr Alfjorow dem Polnischen Rundfunk.

Polen übt scharfe Kritik an ukrainischem Ehrennamen „Helden der UPA“

29.05.2026 11:10
Das Außenministerium in Warschau erklärte, die Entscheidung werde eindeutig negativ bewertet. Sie verletze die Erinnerung an die Opfer der Ukrainischen Aufstandsarmee und schade dem Dialog zwischen Polen und der Ukraine. Staatspräsident Karol Nawrocki kündigte an, dem ukrainischen Staatspräsidenten, den Orden des Weißen Adlers aberkennen zu wollen. 

Nach umstrittener UPA-Entscheidung: Streit um Selenskyjs Weißer-Adler-Orden spitzt sich zu

01.06.2026 11:44
Marcin Przydacz, Leiter des Büros für Internationale Politik im Präsidentenpalast, sagte, er könne sich nicht vorstellen, dass Ministerpräsident Donald Tusk eine Entscheidung des Präsidenten in dieser Frage blockieren würde. Tusk hatte die Entscheidung aus Kiew als beunruhigend für die polnisch-ukrainischen Beziehungen bezeichnet, gleichzeitig aber auch gewarnt, Nawrockis Reaktion könne die Spannungen ebenfalls erhöhen.

„Wolodymyr Selenskyj nimmt Polen die Illusion einer Versöhnung„

01.06.2026 13:30
Die Hoffnung auf eine kritische Reflexion seitens der höchsten politischen Führung in Kiew zu historischen Streitpunkten in den polnisch-ukrainischen Beziehungen sei kaum noch vorhanden. Die Ukraine gehe zunehmend dazu über, Symbole und Geschichtsnarrativen zu normalisieren, die in jedem zivilisierten Land auf entschiedenen Widerspruch stoßen sollten. Ist die Idee eines staatlichen „Tinders“ lächerlich oder sinnvoll? Mehr dazu in der Presseschau.