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Streit um Russland: IOC könnte EU-Fördermitteln verlieren

15.07.2026 07:10
Estland hat gemeinsam mit acht weiteren EU-Staaten die Europäische Kommission aufgefordert, das Internationale Olympische Komitee (IOC) und andere internationale Sportverbände von EU-Geldern abzuschneiden. Anlass ist die Entscheidung dieser Organisationen, Russland und Weißrussland trotz des anhaltenden Angriffskrieges gegen die Ukraine wieder zu internationalen Wettkämpfen zuzulassen.
International Olympic Committee-Hauptquartier, Lausanne, Schweiz.
International Olympic Committee-Hauptquartier, Lausanne, Schweiz.wikimedia commons

Am Dienstag hat Estland gemeinsam mit den Niederlanden, Litauen, Lettland, Polen, Schweden, Rumänien, Finnland und Dänemark ein offizielles Schreiben an den EU-Kommissar für Sport, Glenn Micallef, gerichtet. Darin fordern die neun Staaten, dem IOC sowie weiteren internationalen Sportverbänden – darunter dem Fecht- und dem Schwimmweltverband – den Zugang zu EU-Förderprogrammen zu entziehen.

Wie die Unterzeichner betonen, widerspreche die Entscheidung des IOC und anderer Verbände, Russland und Weißrussland wieder zu internationalen Wettkämpfen zuzulassen, den Werten der Europäischen Union. Sport könne während eines Krieges nicht von der Politik getrennt werden. Internationale Wettbewerbe würden von autoritären Regimen für propagandistische Zwecke genutzt. „Alle Behauptungen, Sport lasse sich von der Politik trennen, klingen hohl, solange Tausende unschuldiger Ukrainer ihr Leben verloren haben und der Sport weiterhin von den Regimen in Russland und Weißrussland instrumentalisiert wird“, heißt es in dem Schreiben.

Das IOC hat am 7. Juli die Suspendierung des Russischen Olympischen Komitees aufgehoben. Die Sportminister der EU hatten wiederholt gefordert, russische und weißrussische Sportler bis zum Ende des Krieges von internationalen Wettkämpfen auszuschließen. Dennoch haben sich mehrere internationale Sportverbände für einen anderen Kurs entschieden.

Die Unterzeichner fordern zudem, die Werte der Europäischen Union missachtenden Sportorganisationen die Teilnahme an wichtigen Sportforen und Veranstaltungen unter dem Dach der EU zu verwehren. Der Zugang zu den Finanzmitteln solle erst wieder gewährt werden, wenn diese Organisationen ihre tatsächliche Verpflichtung zu Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechten nachgewiesen haben.

TVP/polsatnews/ps

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