Deutsche Redaktion
Folge uns auf Google

Folge uns auf Google, um unsere News immer ganz oben zu sehen.

"Typisch für Russland." Tschechischer Experte über Desinformationskampagne gegen Polen und Tschechien

27.08.2026 10:40
Gefälschte Dokumente, erfundene Proteste und Angst vor Grenzänderungen: Eine Kampagne im Netz soll nach Einschätzung eines tschechischen Experten Polen und Tschechen gegeneinander aufbringen.
Bild:
Bild:casimiro PT/Shutterstock

Prag/Warschau – Mit erfundenen Protesten, gefälschten Dokumenten und Angst vor einer angeblichen Grenzverschiebung soll nach Einschätzung eines tschechischen Experten Misstrauen zwischen Polen und Tschechen geschürt werden. Der Desinformationsexperte Bohumil Kartous von der Initiative „Tschechische Elfen“ sieht darin ein für russische Einflussoperationen typisches Vorgehen. 

Die Kampagne zielt auf das Olsa-Gebiet und Teschener Schlesien, eine historisch sensible Grenzregion zwischen Polen und Tschechien. Im Netz kursieren unter anderem Behauptungen über einen angeblichen Protest zur Verteidigung des tschechischen Charakters der Region, gefälschte diplomatische Dokumente sowie Falschmeldungen, wonach Bewohner aus Angst vor einer Grenzänderung ihre Häuser verkauften.

„Die im Netz veröffentlichten Informationen stützen sich teilweise auf Wahrheit und auf einen historischen Territorialstreit zwischen Polen und Tschechien. Sie übertreiben ihn und geben ihm einen Kontext von Angst und Sorge davor, dass jemand Eigentum verliert oder jemandem Schaden zugefügt wird“, sagte Kartous dem Polnischen Rundfunk.

Der reale Hintergrund ist ein offener Gebietsausgleich aus der Vergangenheit. Nach einer Grenzkorrektur im Jahr 1958 verblieben 368 Hektar Land auf tschechischer Seite. Das tschechische Außenministerium veröffentlichte dazu eine erklärende Grafik und betonte, beide Staaten arbeiteten an einer Lösung.

Kartous sagte, weder Polen noch Tschechien hätten ein Interesse daran, den alten Streit zuzuspitzen. „Keine der Seiten – die polnische oder die tschechische – hat ein Bedürfnis, einen solchen Streit aufzublähen. Deshalb muss es hier eine dritte Seite geben – in diesem Fall Russland oder einen Desinformations- und Propagandaapparat, der russische Interessen unterstützt“, sagte er.

Nach seiner Einschätzung passt die Kampagne in ein Muster, bei dem historische Konflikte genutzt werden, um Länder zu polarisieren, die die Ukraine unterstützen. „Wir müssen damit rechnen, dass jeder historische Streit, der eine Gesellschaft oder einzelne Staaten trennt, in einer solchen polarisierenden Kampagne genutzt werden kann“, sagte Kartous. Mit Blick auf Kommunalwahlen in Tschechien im Oktober warnte er zudem, Populisten könnten die Lage nutzen, um mit angeblichen polnischen Gebietsansprüchen Stimmung zu machen.

Polens Außenminister Radosław Sikorski hatte zuvor in sozialen Medien zur Besonnenheit aufgerufen. „Lassen wir uns nicht entzweien“, schrieb er.

IAR/adn

Polen weist Putins Behauptungen über angebliche Gebietsansprüche zurück

28.07.2026 11:07
Das polnische Außenministerium hat Spekulationen des russischen Präsidenten Wladimir Putin über angebliche polnische Gebietsansprüche auf die Westukraine entschieden zurückgewiesen. Polen habe niemals territoriale Forderungen gegenüber der Ukraine erhoben, erhebe sie auch heute nicht und werde dies auch künftig nicht tun, erklärte das Ministerium am Montag.

"Ich wünsche euch vor allem den Sieg". Polens Justizminister prangert Hassdelikte an und wirbt für Zusammenhalt

25.08.2026 11:29
Polens Justizminister Żurek sagt, mehr als 100 Staatsanwälte verfolgten seit Februar gemeinsam mit der Polizei Hassdelikte gegen Ukrainer. Bei den Feiern zum ukrainischen Unabhängigkeitstag in Warschau warb er zugleich für Zusammenhalt und Kiews Weg in EU und NATO.

Russische Desinformation will Polen und Tschechen entzweien

26.08.2026 06:00
Ein fingierter Protest zum Schutz der Grenzen in der Region Teschener Schlesien, ein gefälschtes diplomatisches Schreiben und Hackerangriffe sollen antipolnische Stimmungen in Tschechien schüren. Hinter der Provokation stehen wahrscheinlich russische Geheimdienste, berichtetedas tschechische Nachrichtenportal „Seznam Zprávy“. 

„Wer gibt mehr?" - Verliert der Westen den Informationskrieg? - Dilemmata der Selbstvermarktung

26.08.2026 12:51
Die Parteien in Polen führen einmal mehr mit Steuerversprechen Wahlkampf, ganz so als sei die Zeit 2015 stehen geblieben, kritisiert das Wirtschaftsblatt Dziennik/Gazeta Prawna. Außerdem: Verliert Europa den Informationskrieg gegen Russland – und wie könnte eine sinnvolle Gegenoffensive überhaupt aussehen? Und: Polen genießt weltweit das beste Ansehen seiner Geschichte. Warum gerät die eigene Selbstdarstellung dann so schief? Mehr dazu in der Presseschau.