„Die Eskalation ist Tatsache“: Polens Ministerpräsident Donald Tusk hat nach russischen Angriffen in der Westukraine vor einer weiteren Zuspitzung gewarnt. Bei einer Lagebesprechung im Regierungszentrum für Sicherheit sagte er, in den kommenden Wochen und Monaten seien verstärkte russische Aktivitäten zu erwarten. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass Polen davon betroffen werde.
Nach Angaben polnischer Sicherheitsbehörden traf am frühen Morgen eine Drohne eine Tankstelle oder deren unmittelbare Umgebung rund zwei Kilometer vom Grenzübergang Dorohusk entfernt. Außerdem sei auf ukrainischer Seite eine Lokomotive eines Güterzugs auf einem Abstellgleis getroffen worden. Der Zug habe aus leeren Kesselwagen bestanden.
Eine zunächst in ukrainischen Medien verbreitete Meldung über einen Angriff auf den Personenzug Kyjiw–Warschau bestätigten die polnischen Behörden nicht. Auch für einen Angriff auf einen Lastwagenkonvoi gebe es keine Bestätigung. Tusk sagte, in der Nacht habe nichts den polnischen Luftraum verletzt.
Wegen des Angriffs nahe Dorohusk wurden nach Angaben des Grenzschutzes mehr als 280 Reisende sowie Beschäftigte des Grenzschutzes und der Zollverwaltung vorübergehend evakuiert. Am Übergang Hrebenne wurden demnach ebenfalls mehr als 300 Menschen in Sicherheit gebracht, nachdem ein nicht identifiziertes Objekt gemeldet worden war. Nach Rücksprache mit dem Militär habe sich die Gefahr dort nicht bestätigt.
Tusk rief dazu auf, nicht in Unruhe zu verfallen, und verlangte zugleich Vorbereitung mit den Verbündeten. An den Grenzübergängen solle der Verkehr so organisiert werden, dass es nicht zu gefährlichen Ansammlungen von Fahrzeugen komme.
Das russische Verteidigungsministerium erklärte laut AFP, Ziel des Angriffs sei Bahninfrastruktur in der Westukraine gewesen, die für Militärtransporte aus Europa genutzt werde.
tvn24/PAP/adn