Deutsche Redaktion

Polen ringt um SAFE: EU-Programm gegen Präsidentenmodell

06.03.2026 11:39
Präsident Karol Nawrocki will sich Anfang kommender Woche mit Ministerpräsident Donald Tusk und Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz treffen, um seinen Vorschlag „SAFE null Prozent“ zu erörtern. Verteidigungsminister Kosiniak-Kamysz warb erneut für eine schnelle Entscheidung zugunsten des EU-Programms. Zusätzliche Mittel der Nationalbank könnten aus seiner Sicht zwar hilfreich sein, zunächst gehe es aber darum, das bereits vorliegende SAFE-Gesetz umzusetzen.
Adam Glapiński i Karol Nawrocki na wspólnej konferencji prasowej
Adam Glapiński i Karol Nawrocki na wspólnej konferencji prasowejAndrzej Iwanczuk/REPORTER/East News

In Polen geht das Tauziehen um die Finanzierung der Verteidigung in die nächste Runde. Präsident Karol Nawrocki will sich Anfang kommender Woche mit Ministerpräsident Donald Tusk und Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz treffen, um seinen Vorschlag „SAFE null Prozent“ zu erörtern. Wie Präsidialsprecher Rafał Leśkiewicz mitteilte, wurde eine offizielle Einladung noch nicht verschickt. Sie soll folgen, sobald die Regierung auf vorgeschlagene Termine reagiert hat.

Nawrocki hatte den Vorschlag gemeinsam mit Notenbankchef Adam Glapiński vorgestellt. Vorgesehen sind demnach 185 Milliarden Złoty aus Mitteln der Nationalbank für Verteidigungszwecke, ohne Zinsbelastung. Tusk äußerte Zweifel an dem Modell und verwies auf Verluste der Zentralbank in den Jahren 2024 und 2025. Zudem habe der NBP-Chef weitere Verluste in den kommenden Jahren nicht ausgeschlossen. Der Regierungschef forderte deshalb nähere Angaben zu dem Konzept und rief den Präsidenten zugleich auf, das Gesetz zur Umsetzung des europäischen SAFE-Programms rasch zu unterzeichnen.

Kritik kam auch von Außenminister Radosław Sikorski. Er bezeichnete das europäische SAFE als sicherer als den Vorschlag des Präsidenten. Das Modell „SAFE null Prozent“ könne auf einen Verkauf oder eine Verpfändung eines Teils der polnischen Goldreserven hinauslaufen und damit finanzielle Risiken bergen.

Verteidigungsminister Kosiniak-Kamysz warb erneut für eine schnelle Entscheidung zugunsten des EU-Programms. Zusätzliche Mittel der Nationalbank könnten aus seiner Sicht zwar hilfreich sein, zunächst gehe es aber darum, das bereits vorliegende SAFE-Gesetz umzusetzen. Polen könnte aus dem europäischen Programm fast 187 Milliarden Złoty erhalten und wäre damit der größte Empfänger. Nach Regierungsangaben sollen rund 89 Prozent der Mittel an polnische Unternehmen fließen. Über das Gesetz muss der Präsident bis zum 20. März entscheiden.

IAR/adn


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