Deutsche Redaktion

Gesundheitsministerin: 64 Millionen Pfizer-Impfstoffe werden entsorgt

03.04.2026 08:00
Polen wird Milliarden Złoty für COVID-19-Impfstoffe zahlen müssen, die es nicht nutzen aber anschließend entsorgen wird. Das ist die Folge eines Urteils eines Gerichts in Brüssel. Es hat Polen zur Umsetzung des Vertrags mit dem Pharmakonzern Pfizer trotz eines zuvor erklärten Rücktritts verpflichtet.
Wie die Gesundheitsministerin Jolanta Sobierańska-Grenda mitgeteilt hat, sei Polen demnach verpflichtet, die verbleibenden Dosierungen von Pfizer abzunehmen und dafr fast 2 Milliarden Euro zu zahlen. Dem Brsseler Gericht zufolge gebe es keine Grundlage, den von der Europischen Kommission im Jahr 2021 mit dem Konzern geschlossenen Vertrag anzufec
Wie die Gesundheitsministerin Jolanta Sobierańska-Grenda mitgeteilt hat, sei Polen demnach verpflichtet, die verbleibenden Dosierungen von Pfizer abzunehmen und dafür fast 2 Milliarden Euro zu zahlen. Dem Brüsseler Gericht zufolge gebe es keine Grundlage, den von der Europäischen Kommission im Jahr 2021 mit dem Konzern geschlossenen Vertrag anzufeccortex-film/ Shutterstock

Wie die Gesundheitsministerin Jolanta Sobierańska-Grenda mitgeteilt hat, sei Polen demnach verpflichtet, die verbleibenden Dosierungen von Pfizer abzunehmen und dafür fast 2 Milliarden Euro zu zahlen. Dem Brüsseler Gericht zufolge gebe es keine Grundlage, den von der Europäischen Kommission im Jahr 2021 mit dem Konzern geschlossenen Vertrag anzufechten.

Sobierańska-Grenda nach gehe es um rund 64 Millionen Dosierungen, die nicht verwendet werden. Dies stelle eine enorme Belastung für den Staatshaushalt dar. Sie käme den jährlichen Ausgaben für die Krebstherapie und die Ausbildung von Ärzten gleich. Wie sie hervorhob, handele es sich um Mittel, die direkt für die Bedürfnisse der Patienten und die Entwicklung des Gesundheitssystems hätten eingesetzt werden können. Ihr zufolge werde das Gesundheitsministerium gegen das noch nicht rechtskräftige Urteil Berufung einlegen.

Ermittlungen und Kontroversen um den Impfstoffkauf
Der Fall hat seinen Ursprung in Entscheidungen aus der Zeit der Pandemie, als Polen sich an dem EU-Vertrag zum Kauf von Impfstoffen beteilig hatte. Wie die Nationale Steuerverwaltung festgestellt hat, sei der Bedarf an Präparaten überschätzt und überschüssige Dosierungen gekauft worden. In diesem Zusammenhang wurde bei der Staatsanwaltschaft Anzeige wegen des Verdachts der Pflichtverletzung durch die damalige Leitung des Gesundheitsministeriums eingereicht. Eine Prüfung ergab zudem, dass deutlich mehr Impfstoffe vertraglich gesichert worden seien, als für die Impfung der gesamten Bevölkerung erforderlich gewesen wäre.

PAP/PulsMedycyny/ps

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