Deutsche Redaktion

Sejmmarschall: Polen sollte von Spaniens Migrationspolitik lernen

12.05.2026 06:00
Dem Vorsitzenden des polnischen Parlaments könne Polen viel von Spaniens Umgang mit Migration als wirtschaftlicher Chance lernen. Anlass war ein parlamentarisches Forum in Warschau, bei dem Vertreter beider Länder über Migration, Sicherheit und die europäische Einheit diskutiert haben.
Małgorzata Kidawa-Błońska, Francina Armengol, Pedro Rolln und Włodzimierz Czarzasty whrend einer Medienerklrung nach Abschluss des 9. Polnisch-Spanischen Parlamentarischen Forums im Senat in Warschau, 11.05.2026.
Małgorzata Kidawa-Błońska, Francina Armengol, Pedro Rollán und Włodzimierz Czarzasty während einer Medienerklärung nach Abschluss des 9. Polnisch-Spanischen Parlamentarischen Forums im Senat in Warschau, 11.05.2026.PAP/Tomasz Gzell

Sejm-Marschall Włodzimierz Czarzasty äußerte sich dazu am Montag nach dem 9. Polnisch-Spanischen Parlamentarischen Forum, das im Senatsgebäude stattfand und mit einer gemeinsamen Erklärung zur Vertiefung der bilateralen Zusammenarbeit endete. „Man stelle sich ein Land vor, das eine halbe Million Migranten aufnimmt und diese Menschen nicht als Bedrohung, sondern als Chance betrachtet“, sagte Czarzasty. „Dadurch lassen sich Staatseinnahmen und wirtschaftliche Entwicklung steigern. Spanien zeigt, wie eine kluge Politik in diesem Bereich aussehen kann – davon kann man viel lernen.“

Die Präsidentin des spanischen Abgeordnetenhauses, Francina Armengol, hat während der Gespräche das spanische Modell der Migrationspolitik vorgestellt. „Migration ist für uns eine Chance – legale Migration, die unserem Land wirtschaftliches Wachstum, demografische Entwicklung und die Stärkung der Menschenrechte ermöglicht“, sagte sie. „Der wirtschaftliche Fortschritt Spaniens wäre ohne Migration nicht möglich gewesen“, fügte sie hinzu.

Der Präsident des spanischen Senats Pedro Rollán erklärte, das gemeinsame Abschlussdokument des Forums fordere einen „ausgewogenen Ansatz in der Migrationspolitik sowie die Zusammenarbeit mit Drittstaaten“ als Mittel im Kampf gegen organisierte Kriminalität. „Wir wollen legale und gut organisierte Migration, um negative Entwicklungen wie Fremdenfeindlichkeit und Populismus zu vermeiden“, erklärte er.

Rolle Polens bei der Warnung Europas vor Russland
Senatsmarschallin Małgorzata Kidawa-Błońska hat der spanischen Seite für die Anerkennung der Rolle Polens bei der Warnung Europas vor der russischen Bedrohung gedankt. „Polen und Spanien liegen tausende Kilometer voneinander entfernt, aber wir teilen die gleiche Sicht auf die Sicherheitsherausforderungen“, sagte sie. Włodzimierz Czarzasty hat die gemeinsame polnisch-spanische Position zur Ukraine betont. „Es gibt keine freie und unabhängige EU, kein freies Polen – oder Spanien, tausende Kilometer entfernt – ohne eine freie und unabhängige Ukraine“, sagte er und fügte hinzu, dass eine geeinte Europäische Union auf der Weltbühne deutlich mehr Gewicht habe als ihre einzelnen Mitgliedstaaten.

PAP/ps

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