Deutsche Redaktion

Nach Eklat um Staatsorden: Selenskyj entscheidet heute über Teilnahme an Wiederaufbaukonferenz in Gdańsk

22.06.2026 12:11
Seine Teilnahme gilt nach der Aberkennung des Ordens des Weißen Adlers durch Staatspräsident Karol Nawrocki offen. Ministerpräsident Donald Tusk versucht derweil, die Spannungen zu senken. Er schrieb, ein Festfahren im Konflikt schade beiden Seiten wirtschaftlich und geopolitisch und belaste ihr Ansehen auf internationaler Bühne. "Und in der Politik ist ein Fehler bekanntlich schlimmer als ein Verbrechen", so Tusk. 
Prezydent Ukrainy Wołodymyr Zełenski
Prezydent Ukrainy Wołodymyr ZełenskiIMAGO/dts Nachrichtenagentur/Imago Stock and People/East News

Wolodymyr Selenskyj will heute entscheiden, ob er an der Ukraine-Wiederaufbaukonferenz in Gdańsk teilnimmt. Seine Teilnahme gilt nach der Aberkennung des Ordens des Weißen Adlers durch Staatspräsident Karol Nawrocki offen. Nawrocki begründete den Schritt mit der Benennung einer ukrainischen Militäreinheit nach den „Helden der UPA“.

Selenskyj wies die Kritik zurück und erklärte, die Initiative sei von ukrainischen Soldaten ausgegangen. „Wir und die Polen können nichts anderes sein als Partner und Freunde, denn wir sind Nachbarn“, sagte er im ukrainischen Fernsehen. Zugleich warnte er: „Man darf aus Hass keinen politischen Nutzen ziehen.“ Wie Selenskyj hinzufügte, habe er Nawrocki ein Treffen vorgeschlagen und eine Delegation nach Warschau entsandt, um einen Weg aus dem Streit zu finden. Die ukrainischen Politiker seien jedoch mit der Überzeugung nach Kiew zurückgekehrt, dass Nawrocki den Orden entziehen wird.

Ehemalige ukrainische Staatspräsidenten solidarisieren sich mit Selenskyj

In Reaktion auf die Entscheidung hat Selenskyj den Orden am Wochenende nach Warschau zurückgeschickt Drei frühere ukrainische Präsidenten, darunter Petro Poroshenko, haben aus Solidarität mit Selenskyj ihre polnischen Auszeichnungen ebenfalls zurückgegeben.

Ministerpräsident Donald Tusk versucht derweil, die Spannungen zu senken. Er schrieb, ein Festfahren im Konflikt schade beiden Seiten wirtschaftlich und geopolitisch und belaste ihr Ansehen auf internationaler Bühne. "Und in der Politik ist ein Fehler bekanntlich schlimmer als ein Verbrechen", so Tusk. 


Das Präsidialamt und Politiker der PiS verteidigen Nawrockis Entscheidung. Der Tenor unter Regierungspolitikern: Über den Konflikt freue sich nur Russland. Unter anderem Russlands Ex-Präsident Dmitri Medwedew hatte die Entscheidung von Nawrocki öffentlich begrüßt.

Quelle: IAR/PAP/adn


Wołodymyr Selenskyj schickt Orden des Weißen Adlers nach Polen zurück

21.06.2026 08:00
Der ukrainische Präsident hat den Orden des Weißen Adlers per Post nach Polen zurückgeschickt. Wie er mitteilte, sei die Ukraine Polen für die Unterstützung dankbar und bleibe offen für eine Zusammenarbeit. Als Reaktion auf die Aberkennung des Ordens für Selenskyj haben auch mehrere ukrainische Politiker auf ihre polnischen Staatsauszeichnungen verzichtet, darunter 3 ehemalige ukrainische Präsidenten.

Präsidialamt zur Rückgabe des Ordens durch Selenskyj. „Vor drei Jahren hat er sich nicht beschwert“

22.06.2026 07:00
Eine Ministerin im Präsidialamt Polens hat Wolodymyr Selenskyjs Erklärung zur Rückgabe des polnischen Staatsordens entschieden zurückgewiesen. Der ukrainische Präsident hatte daran erinnert, dass Polens höchste Auszeichnung Persönlichkeiten wie Benito Mussolini, Katharina II. und Gerhard Schröder nicht aberkannt worden sei.

Tusk zu Streit mit der Ukraine: „Strategischer Fehler“

22.06.2026 07:50
Der Konflikt zwischen polnischen und ukrainischen Politikern sei ein strategischer Fehler, unter dem beide Seiten leiden werden – wirtschaftlich, geopolitisch und in ihrem Ansehen. „Die Aufgabe der Präsidenten Selenskyj und Nawrocki besteht darin, die Emotionen zu dämpfen und nicht die Spannungen weiter anzuheizen. Die Frontlinie verläuft anderswo“, schrieb Ministerpräsident Donald Tusk am Sonntag in sozialen Medien. Damit bezog er sich auf die Entscheidung von Präsident Karol Nawrocki, dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj den Orden des Weißen Adlers abzuerkennen.

Sicherheitspolitik und die Beziehungen zwischen Polen und der Ukraine

22.06.2026 11:00
Sicherheitspolitik, die Beziehungen zwischen Polen und der Ukraine sowie die Lage in Belarus stehen heute im Mittelpunkt unseres Pressespiegels. Wirtualna Polska berichtet über die Möglichkeit eines dauerhaften US-Militärstützpunkts in Polen und über die jüngsten Spannungen zwischen Warschau und Kiew. Interia fragt, ob Polen im Schatten des Krieges in der Ukraine an Einfluss in Mittel- und Osteuropa verliert. Und die Wochenzeitung Do Rzeczy veröffentlicht ein Gespräch mit dem belarussischen Oppositionsaktivisten Andrzej Poczobut, der für eine langfristige und konsequente Belarus-Politik plädiert.