Deutsche Redaktion

Tusk: Polnisch-ukrainische Spannungen nicht weiter anheizen

24.06.2026 06:52
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wird nicht an der Ukraine-Wiederaufbaukonferenz in Danzig teilnehmen. Die ukrainische Delegation werde stattdessen von Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko geleitet, teilte der polnische Regierungschef Donald Tusk am Dienstag am Rande des V4-Gipfels im ungarischen Gödöllő mit.
Ministerprsident Donald Tusk nimmt an einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinen ungarischen, tschechischen und slowakischen Amtskollegen des eintgigen Gipfels der Visegrd-Gruppe (V4) im Knigsschloss in Gdll im Norden Ungarns am 23. Juni 2026 teil.
Ministerpräsident Donald Tusk nimmt an einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinen ungarischen, tschechischen und slowakischen Amtskollegen des eintägigen Gipfels der Visegrád-Gruppe (V4) im Königsschloss in Gödöllő im Norden Ungarns am 23. Juni 2026 teil. fot. EPA/Robert Hegedus HUNGARY OUT

Tusk verwies auf die zuletzt angespannten Beziehungen zwischen Warschau und Kiew. Es habe eine „unnötige Eskalation emotionaler Spannungen“ zwischen den Präsidenten beider Länder gegeben, sagte er. Die Reaktionen auf beiden Seiten seien seiner Ansicht nach nicht angemessen gewesen.

Der Ministerpräsident zeigte sich jedoch nicht enttäuscht über die Absage Selenskyjs. Aus seiner Sicht könne die Konferenz dadurch möglicherweise sogar effizienter verlaufen. Er werte die Entscheidung als „Geste zur Deeskalation“ der Spannungen.

„Unabhängig davon, was Umfragen sagen, werde ich nicht dazu beitragen, diese Spannungen zu verstärken“, betonte Tusk. Gute Beziehungen müssten auf einer gemeinsamen Zukunftsperspektive aufbauen und nicht allein auf den Belastungen der Vergangenheit. Zugleich räumte er ein, dass historische Traumata insbesondere auf polnischer Seite nachvollziehbar seien.


wp/PAP/jc


 

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