Polen treibt die eigene Produktion von Kampfdrohnen voran und erhöht zugleich die Mittel für Drohnen und Anti-Drohnen-Systeme massiv. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums sind dafür in diesem Jahr 26 Milliarden Zloty vorgesehen; im Dezember 2023 lagen die Ausgaben noch bei 100 Millionen Zloty.
In Sochaczew wurde eine Produktionslinie für die bewaffneten unbemannten Luftfahrtsysteme Hornet vorgestellt. Das Unternehmen Hornet – Polskie Drony war im vergangenen Jahr vom Technischen Institut der Luftstreitkräfe und der Grupa Boryszew gegründet worden.
Der stellvertretende Verteidigungsminister Cezary Tomczyk sagte, die Drohnen seien eine Antwort auf die Anforderungen moderner Kriege. „Lange wurde gesagt, Polen müsse seinen eigenen Shahed haben“, erklärte er. „Die Hornet-Drohnen sind heute eine Antwort auf alles, was auf dem modernen Schlachtfeld geschieht.“
Tomczyk hob hervor, dass das Projekt über eine reine Beschaffung hinausgehe. „Die Gesamtheit der geistigen Rechte gehört dem Verteidigungsministerium, weil das Projekt im Technischen Institut der Luftstreitkräfe entstanden ist“, sagte er. Die Fähigkeit, Drohnen in kurzer Zeit schnell zu produzieren, sei ein Ziel der polnischen Streitkräfte.
Parallel will das Ministerium die Ausbildung ausbauen. Derzeit gibt es nach Tomczyks Angaben in zehn Militäreinheiten sogenannte Drohnenlabore; in den kommenden Monaten sollen es 20 sein. Sie sollen Soldaten im Umgang mit Drohnen, bei Einsatztechniken und Strategien schulen. Jede militärische Gruppe solle künftig Systeme zur Beobachtung und Aufklärung nutzen können.
Der stellvertretende Verteidigungsminister Stanisław Wziątek betonte den polnischen Anteil an dem Vorhaben. „Das sind polnische Teile, polnische Komponenten und schließlich unsere eigenen Fähigkeiten“, sagte er. Nur mit eigenen Produktionsmöglichkeiten könne Polen wirksam sein. Drohnen wie Hornet könnten nach seinen Worten auch für Abschreckung und offensive Fähigkeiten eingesetzt werden.
Nach Angaben des Direktors des Technischen Institut der Luftstreitkräfe, Mirosław Kowalski, wurden bislang zwei Varianten entwickelt: Hornet 1 AT als fliegendes Ziel und Hornet II als Kampfversion. Weitere Versionen seien abhängig vom Bedarf des Verteidigungsministeriums und der Streitkräfte möglich. Als Zielgröße nannte Kowalski eine geplante Produktionskapazität von Hunderten Stück pro Monat.
Nach Herstellerangaben ist Hornet 2,6 Meter lang, hat eine Spannweite von 2,2 Metern und wiegt 85 Kilogramm. Die Drohne soll mehr als 200 Kilometer pro Stunde erreichen. Die Reichweite beträgt in der Grundversion 400 Kilometer; je nach Ausstattung nennt die Grupa Boryszew bis zu 900 bis 1200 Kilometer.
PAP/adn