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"Mögliche Mehreinnahmen für den Kreml": Polen drängt auf Einigung auf neues EU-Sanktionspaket

14.07.2026 12:33
Polen drängt auf eine schnelle EU-Einigung über neue Russland-Sanktionen. Ohne Beschluss steigt der Ölpreisdeckel automatisch von 44 auf 58 Dollar je Barrel – mit möglichen Mehreinnahmen für den Kreml.
Gegen die Aussetzung der Anpassung der Preisobergrenze fr russisches l haben Griechenland, Zypern und Malta gestimmt. Reedereien aus diesen Lndern erbringen weiterhin Transportdienstleistungen fr Russland.
Gegen die Aussetzung der Anpassung der Preisobergrenze für russisches Öl haben Griechenland, Zypern und Malta gestimmt. Reedereien aus diesen Ländern erbringen weiterhin Transportdienstleistungen für Russland. x.com

Die EU-Staaten ringen weiter um das 21. Sanktionspaket gegen Russland. Polen drängt auf eine rasche Einigung, damit ein zentraler Teil der geplanten Maßnahmen noch rechtzeitig greifen kann: das Einfrieren des Preisdeckels für russisches Öl. 

Polens Außenminister Radosław Sikorski sagte in Brüssel: „Es ist weiterhin nicht gelungen, das 21. Sanktionspaket zu verabschieden, es ist ehrgeizig. Aber wir hoffen, dass das Paket bis Mittwoch auf Botschafterebene durchkommt.“ Ohne Beschluss würde der Ölpreisdeckel automatisch an den Marktpreis angepasst. Wegen der Blockade der Straße von Hormus ist dieser deutlich gestiegen; die Obergrenze für russisches Öl würde von 44 auf 58 Dollar je Barrel steigen. Nach Einschätzung in Brüssel würde das zusätzliche Einnahmen für den Kreml bedeuten.

Die EU kauft selbst kein russisches Öl mehr. Unternehmen aus EU-Staaten transportieren jedoch Öl in Länder außerhalb der Union; dabei darf der Preis die festgelegte Obergrenze nicht überschreiten. Nach Informationen des Polnischen Rundfunks gibt es beim festen Ölpreisdeckel eine vorläufige Verständigung, allerdings nur für drei Monate statt der von der EU-Kommission vorgeschlagenen sechs Monate.

Strittig bleiben vor allem zwei Punkte. Griechenland verlangt Klärungen zum Transit russischen Flüssiggases durch EU-Gewässer. Österreich fordert Garantien für die Interessen der Raiffeisen Bank International, die trotz des Kriegs in Russland geblieben ist und der ein russisches Gericht eine Strafe von zwei Milliarden Euro auferlegt hat. Als mögliche Lösung wird unter anderem die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte eines russischen Oligarchen als Ausgleich genannt.

Andere Streitfragen wurden nach Angaben aus Brüssel abgeschwächt oder gestrichen. Ein geplantes Einreiseverbot für russische Soldaten wurde durch Regelungen zu Kurzzeitvisa ersetzt, Beschränkungen im Fischereisektor fielen aus dem Entwurf. Auch der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill steht demnach nicht mehr auf der von der Kommission vorbereiteten Sanktionsliste.

EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sagte nach den Beratungen: „Ich bedauere, dass keine Einigung erreicht werden konnte. Aber wir sind sehr nah dran.“ Sikorski forderte zugleich bereits weitere Schritte. Im 22. Sanktionspaket sollten aus seiner Sicht russische Energieunternehmen wie Łukoil und Rosatom erfasst werden. Angesichts der Zerstörung großer Teile der ukrainischen Energieerzeugung durch Russland sei dies ein naheliegender nächster Schritt, sagte der polnische Außenminister.

IAR/adn

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