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"Die einzige Quelle der Eskalation sind Entscheidungen des Kremls." Polnische Jets fangen russische Su-30 über der Ostsee ab

16.07.2026 10:31
Polen hat erneut Jets wegen russischer Flugzeuge über der Ostsee aufsteigen lassen. Der Luftraum wurde nicht verletzt – Warschau sieht den Vorfall dennoch als Teil russischer Eskalation und Desinformation.
Russian Su-30SM aircraft
Russian Su-30SM aircraftPhoto: Anna Zvereva, CC BY-SA 2.0 , via Wikimedia Commons

Warschau. Polen hat zum zweiten Mal binnen zwei Tagen Kampfjets wegen russischer Militärflugzeuge über der Ostsee eingesetzt. Nach Angaben der Regierung drangen die Maschinen nicht in den polnischen Luftraum ein.

Außenamtssprecher Maciej Wewiór stellte den Vorfall in den Zusammenhang russischer Aggression und möglicher Desinformation über eine angebliche Eskalation durch den Westen. „Die Handlungen des geeinten Westens sind ausschließlich eine defensive Reaktion auf diese Aggression. Die einzige Quelle der Eskalation sind Entscheidungen des Kremls“, schrieb Wewiór in sozialen Medien.

"Aggressive Beobachtung" von Militärübungen

Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz teilte mit, ein Alarmrottenpaar vom Stützpunkt Malbork habe zwei russische Su-30SM2 aus Kaliningrad abgefangen. Die russischen Flugzeuge hätten sich dem polnischen Luftraum nicht genähert. Später seien sie von schwedischen Kampfjets eskortiert worden, die über der Ostsee im Einsatz waren.

Kosiniak-Kamysz warf Russland vor, polnische Verteidigungsübungen beobachtet zu haben. „Die Russen führten erneut über der Ostsee eine aggressive Beobachtung unserer Übungen zur Abstimmung der Luftverteidigungssysteme durch“, schrieb der Minister.

Bereits am Vortag hatten polnische Kräfte über internationalen Gewässern rund 30 Kilometer vor Ustka ein russisches Aufklärungsflugzeug vom Typ Ił-20 abgefangen. Die Maschine entfernte sich anschließend in Richtung Russland.

Wewiór verwies zudem darauf, dass Russlands Krieg gegen die Ukraine bereits länger dauere als der Erste Weltkrieg. Der Kreml habe „rechtswidrig einen Nachbarn angegriffen“ und treffe Europa auch durch andere Mittel. „Statt Feinde zu erfinden, wäre es besser für die Welt, wenn sich die Behörden Russlands mit dem Lebensstandard der eigenen Bürger beschäftigen würden“, schrieb der Sprecher.

IAR/adn

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