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Neue Korruptionsaffäre im Umfeld des ukrainischen Präsidenten

21.08.2026 06:30
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die stellvertretende Leiterin des Präsidialamtes, Iryna Mudra, entlassen. Hintergrund ist eine weitere Korruptionsaffäre im Umfeld hochrangiger Politiker. Das Nationale Antikorruptionsbüro der Ukraine (NABU) und die Spezialisierte Antikorruptionsstaatsanwaltschaft (SAP) durchsuchen das Haus der Beamtin. Ukrainische Medien berichten ausführlich über ihr grosses Vermögen.
Wie das Portal Ukrajinska Prawda unter Berufung auf eigene Quellen berichtet, durchsuchen die NABU und SAP das Haus des Abgeordneten Wadym Stolar sowie Mudras Wohnhaus. Sie sollen in die Midas-Affre verwickelt sein.
Wie das Portal Ukrajinska Prawda unter Berufung auf eigene Quellen berichtet, durchsuchen die NABU und SAP das Haus des Abgeordneten Wadym Stolar sowie Mudras Wohnhaus. Sie sollen in die „Midas“-Affäre verwickelt sein.president.gov.ua

Wie das Portal Ukrajinska Prawda unter Berufung auf eigene Quellen berichtet, durchsuchen die NABU und SAP das Haus des Abgeordneten Wadym Stolar sowie Iryna Mudras Wohnhaus. NABU hatte zuvor Aufnahmen zur Sonderoperation mit dem Codenamen „Forrest Gump“ veröffentlicht. Dabei seien Personen aufgedeckt worden, die rund drei Millionen Euro für die Kaution eines Verdächtigen im Korruptionsfall „Midas“ gewaschen hätten. Zu der Gruppe gehörten ein stellvertretender Leiter des ukrainischen Präsidialamtes, ein ehemaliger Abgeordneter, der Vorstandsvorsitzende und der Aufsichtsratsvorsitzende einer staatlichen Bank sowie weitere Personen, teilten die Behörden mit.

Korruptionsgelder als Kaution für den ukrainischen Energieminister

Nach Angaben der Ukrajinska Prawda handelt es sich um Iryna Mudra, den ehemaligen Abgeordneten Maksym Mykytas, den Abgeordneten Wadym Stolar, den Aufsichtsratsvorsitzenden der Sense Bank, Mykola Hladyschenko, sowie den Vorstandsvorsitzenden der Bank, Oleh Stupak. Bei dem Verfahren sollen die Sense Bank und Konten von Unternehmen genutzt worden sein, die die Mitglieder der kriminellen Gruppe aufgrund ihrer Funktionen kontrolliert haben. Anfang Juni habe die Gruppe die Kontrolle über die Sense Bank übernommen und deren Führung in ihre Aktivitäten einbezogen.

Die Ermittler haben auch ein Gespräch der Organisatoren des kriminellen Systems aufgenommen. Darin gehe es um die Zahlung einer Kaution für einen der Beteiligten im Fall „Midas“. Die in den Aufnahmen erwähnte Kaution könnte den ehemaligen Energieminister Herman Haluschtschenko betreffen. In dem Gespräch fällt der Name „Herman“. Für den Verdächtigen im Fall „Midas“, Haluschtschenko, wurde Ende Juni eine Kaution in Höhe von 150 Millionen Hrywnja hinterlegt.

„Midas“ bringt politische Elite zum Sturz
Im November 2025 haben die NABU und SAP ein komplexes Korruptionssystem im ukrainischen Energiesektor aufgedeckt. Nach Erkenntnissen der Ermittler hatten die Beteiligten von Auftragnehmern des staatlichen Atomkraftwerksbetreibers Energoatom Schmiergelder in Höhe von zehn bis 15 Prozent des jeweiligen Vertragswertes kassiert. Das illegale Geld soll über ein sogenanntes Backoffice im Zentrum Kiews gewaschen worden sein. Nach Angaben der Ermittler flossen dort rund 100 Millionen Dollar.

Fünf Personen wurden festgenommen, gegen sieben weitere wurde Anklage erhoben. Zu den Verdächtigen gehört auch der Geschäftsmann und Vertraute von Selenskyj, Tymur Minditsch. Der in Israel untergetauchte Minditsch gilt als Drahtzieher des gesamten Systems. Zu den Verdächtigen zählt außerdem der frühere Leiter des Präsidialamtes, Andrij Jermak, der jahrelang als einflussreichster Beamter der Ukraine galt. Im November vergangenen Jahres war Jermak im Zusammenhang mit den Ermittlungen im Fall „Midas“ zurückgetreten.

PAP/TVPinfo/ps

Politisches Erdbeben in der Ukraine. Weiterer Politiker unter Korruptionsverdacht

28.11.2025 17:57
Der Leiter des ukrainischen Präsidialamts, Andrij Jermak, ist wegen Korruptionsvorwürfen zurückgetreten. Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte am Freitag, Jermak habe sein Rücktrittsgesuch eingereicht. Selenskyj kündigte für Samstag Gespräche mit möglichen Nachfolgern an. 

Experte: Affäre könnte die Position Kiews im Westen schwächen

29.11.2025 07:46
In der Ukraine ist der einflussreiche Präsidialamtschef Andrij Jermak am Freitag überraschend zurückgetreten. Zuvor hatten Ermittler der Antikorruptionsbehörden NABU und SAP sein Haus durchsucht. Jermak galt als engster Vertrauter von Präsident Wolodymyr Selenskyj und wurde in Kiew häufig als „Vizepräsident“ bezeichnet. Offizielle Beschuldigungen gegen ihn liegen bislang nicht vor.

Kommentar: Der Rücktritt des ukrainischen „Vizepräsidenten“

29.11.2025 19:42
„Die rechte Hand“, „der Zwillingsbruder“, „nicht die erste, aber auch nicht die zweite Person im Staat“, „der Vizekönig“ – fast sechs Jahre lang hatte Andrij Jermak, bis Freitag der mächtige Leiter des Präsidialamts, viele Bezeichnungen angesammelt, die seine Unersetzlichkeit für Wolodymyr Selenskyj beschrieben. Er war dessen Schatten, begleitete ihn fast bei allen Aktivitäten im In- und Ausland und erfüllte die wichtigsten Aufgaben – etwa die Gespräche mit Russen und Amerikanern über die Beendigung des Krieges. Am 28. November nahm Selenskyj jedoch seinen Rücktritt an. Ein Kommentar von Osteuropaexperte Tadeusz Iwański.

„Ukrajinska Prawda“: Tymur Mindytsch in Israel aufgespürt?

22.12.2025 06:40
Ukrainische Journalisten sollen den des Korruptionsverdachts im Energiesektor beschuldigten Geschäftsmann Tymur Mindytsch in Israel gefunden und fotografiert haben.

„Regierungsumbau soll erneut Selenskyjs Image retten"

14.07.2026 14:10
Die nächste große Regierungsumbildung in der Ukraine ist weder eine Revolution noch ein politisches Erdbeben, sondern ein weiterer Image-Schritt von Präsident Wolodymyr Selenskyj. Polen fordern Vorrang beim Wiederaufbau der Ukraine.Lukrative Aufträge sollten an heimische Unternehmen gehen – als Anerkennung nicht nur für die Hilfe unmittelbar nach dem russischen Angriff, sondern auch für die seit vier Jahren geleistete tägliche Unterstützung. Je länger der Krieg dauert, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Mehrheit der Ukrainer, die das Land nach 2022 verlassen haben, zurückkehrt. In Teilen Russlands setzen die Behörden Lehrer und Beamte an Tankstellen ein. Sie sollen „Autofahrer beruhigen“. Die Maßnahmen sind eine Reaktion auf die zunehmende Kraftstoffknappheit nach ukrainischen Angriffen auf die Treibstoffinfrastruktur.