Deutsche Redaktion
Folge uns auf Google

Folge uns auf Google, um unsere News immer ganz oben zu sehen.

Ich würde den Polen raten, „ die Grenze an Oder und Neiße langsam zu befestigen“

28.09.2026 07:25
Die Wahlerfolge der AfD in Ostdeutschland sorgen auch in Polen für wachsende Aufmerksamkeit. Besonders der mögliche Aufstieg der Partei zur Regierungspartei in Sachsen-Anhalt wird in Warschau mit Blick auf das deutsch-polnische Verhältnis kritisch beobachtet. Die AfD hatte bei der Landtagswahl am 6. September fast 44 Prozent der Stimmen erhalten und versucht nun, erstmals eine Landesregierung zu bilden.
Alice Weidel, Co-Vorsitzende der Partei Alternative fr Deutschland (AfD)
Alice Weidel, Co-Vorsitzende der Partei Alternative für Deutschland (AfD)JOHN MACDOUGALL / AFP

Der Erfurter Publizist Sergej Lochthofen warnt vor möglichen Folgen für Polen. Er empfiehlt den Polen, die Grenze an Oder und Neiße „langsam zu befestigen“. Lochthofen begründet seine Warnung mit seiner Einschätzung, dass ein Machtgewinn der AfD den Blick auf die deutschen Ostgrenzen wieder verändern könnte. „Es ist verdächtig, dass sie offiziell nicht von einer Änderung der Grenzen sprechen“, sagte er der Zeitung „Rzeczpospolita“.

Lochthofen zufolge könnten insbesondere historische Bezüge eine Rolle spielen. Ein Teil der AfD-Politiker stamme aus Familien, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus den heutigen polnischen Gebieten vertrieben worden seien. Deshalb vermutet er, dass Fragen der deutschen Ostgrenze innerhalb der Partei zwar nicht offen angesprochen würden, aber hinter den Kulissen eine Rolle spielen könnten. „Wahrscheinlich wollen sie nicht, dass man sie in dieser Frage zu früh zitiert“, sagte der Publizist.


Gleichzeitig zeigt der Bericht ein weniger eindeutiges Bild der AfD-Positionen gegenüber Polen. AfD-Politiker greifen Polen demnach nur selten direkt an und äußern kaum Drohungen gegen das Nachbarland. Lochthofen sagte zudem, viele führende AfD-Politiker in Ostdeutschland wüssten vergleichsweise wenig über Polen. In den Wahlprogrammen der AfD-Landesverbände spiele Polen kaum eine Rolle.

Positiv hervorgehoben werde Polen von der AfD allerdings immer wieder bei der Migrationspolitik. Zugleich sorgten Forderungen nach deutschen Reparationszahlungen an Polen und die Unterstützung Polens für die Ukraine innerhalb der AfD für Kritik. Auch die Debatte über die Sabotage der Nord-Stream-Pipelines habe in diesem Zusammenhang für Spannungen gesorgt.

Lochthofen geht dennoch davon aus, dass Polen bei einem weiteren politischen Aufstieg der AfD besonders aufmerksam sein sollte. Er bezeichnet die Partei als nationalistisch und warnt davor, dass bei einem möglichen Machtgewinn Forderungen nach einer Neuordnung der Gebiete zwischen Deutschland, Polen und Russland entstehen könnten. Diese Einschätzung ist allerdings seine persönliche Bewertung; konkrete Forderungen der AfD nach einer Änderung der deutsch-polnischen Grenze werden in dem Bericht nicht genannt.


RZ/jc

Chrupalla: „Das Kapitel der Reparationen ist geschlossen“

22.09.2026 13:30
In unserem heutigen Pressespiegel: AfD-Chef Tino Chrupalla über polnische Reparationsforderungen und die Zukunft der deutsch-polnischen Beziehungen. Außerdem geht es um die Frage, ob Robert Lewandowski auch mit 38 Jahren noch eine wichtige Rolle in der polnischen Nationalmannschaft spielen kann.

Prof. Werner J. Patzelt: „Die politische Kultur in Berlin wird sich ändern“

22.09.2026 14:00
Bei den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin kam es in beiden Bundesländern zu historischen politischen Verschiebungen. Darüber sprechen wir mit dem Dresdner Politologen Werner J. Patzelt.

Merz’ zweite Chance - deutsche Geschichtspolitik hilft nicht - der “Kampf von übermorgen”

24.09.2026 13:58
Nach den Wahlerfolgen der AfD im Osten Deutschlands blicken polnische Kommentatoren mit Sorge auf den westlichen Nachbarn. Kann Friedrich Merz die Welle noch stoppen, und was steht dabei für Polen auf dem Spiel? Außerdem: Warum sorgt die deutsche Geschichtspolitik an der Weichsel wieder für Unmut?Wie bereitet sich die polnische Armee nicht nur auf einen Krieg „heute Nacht" vor, sondern auf einen jahrelangen Konflikt? Und: Ist Polen wegen des hohen Anteils an ausländischem Kapital tatsächlich eine „Kolonie des Westens"? Mehr dazu in der Presseschau.

Ein Schritt zur Weimarer Republik

26.09.2026 13:30
Sollten die Polen vor einer erstarkten Alternative für Deutschland Angst haben?