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Deutsche Redaktion

"Ich bin ein kapitalistisches Schwein"

29.07.2020 09:37
In speziellen Lagern hat man den Gegnern des Volkes Schilder um den Hals gehängt. Von dem Schild konnte man die angebliche Schuld des jeweiligen Antikommunisten ablesen. Die Selbstkritik ist geblieben, nur die Form hat sich geändert.
Presseblick
Presseblickpixabay.com/CC0

DO RZECZY: "Ich bin ein kapitalistisches Schwein"

Er könne sich noch an Bilder aus seiner Jugendzeit erinnern, die zur Selbstkritik gezwungene Menschen darstellten, schreibt in seinem Einleitungsartikel der Chefredakteur der konservativen Wochenzeitschrift Do Rzeczy. In speziellen Lagern habe man den so genannten Gegnern des Volkes Schilder um den Hals gehängt. Von dem Schild konnte man die angebliche Schuld des jeweiligen Antikommunisten ablesen, zum Beispiel: "Ich bin ein kapitalistisches Schwein". Der Gedanke, der hinter der Selbstkritik stand, sei ganz einfach gewesen, meint der Publizist. Durch eine öffentliche Demütigung wollte man zu einem inneren Wandel der Betroffenen beitragen. Somit wollten die Kommunisten einen Homo Novus entstehen lassen, meint Lisicki.

Zwar habe sich die politische Situation radikal verändert. Man könne heute niemanden in einem Straflager einsperren und eine Änderung seiner Ansichten erzwingen. Doch die Nachahmen der Kommunisten würden sich weiterhin der gleichen Methoden wie ihre Großväter und Väter zu bedienen versuchen. Öffentliche Einschüchterung bleibe hoch im Kurs, meint der Publizist und nennt als Beispiel die Diskussion über eine Science Fiction-Erzählung. Der ironische Text von Jacek Komuda sei in der geschichtsträchtigen polnischen Zeitschrift Nowa Fantastyka erschienen. In einem verzerrten Bild zeige er eine Gesellschaft in der Andersdenkende brutal verfolgt werden. Mit seiner blutigen Vision wollte der Autor die Beschwerden der homosexuellen Milieus in Polen als übertrieben, wenn nicht gar grundlos bloßstellen.

Nach der Veröffentlichung sei es zu Protesten gekommen. Zuerst habe sich eine kleine Gruppe von Internetnutzern zu Wort gemeldet. Daraufhin hätten sich auch einige Mitarbeiter der Zeitschrift als empört und verletzt offenbart. Letztlich hätten auch die Verleger reagiert. Aus Angst um finanzielle Einbußen hätten sie die Redakteure gezwungen, sich für den Text zu entschuldigen.

Diese Handlungskette erinnere ihn an die kuriosen Selbstkritiken aus der kommunistischen Zeit, schreibt Paweł Lisicki. Die ersten Revolutionären der LGBT-Szene seien in Polen bereits da. Man könne auch annehmen, dass es weitaus mehr Fälle von Selbstkritik geben würde, hätte es derzeit eine andere Regierung in Warschau gegeben. Wie könne man sich vor dem neuen Trend schützen? - fragt der Publizist abschließend. Man könnte einen kühneren Kampf mit den Revolutionären aufnehmen, in dem man die Mechanismen ihrer Manipulation aufzeige, so Paweł Lisicki in der Wochenzeitschrift Do Rzeczy.

DZIENNIK/GAZETA PRAWNA: Ein Treffen wird zum Zeitungsthema

Was im Wahlkampf unmöglich war, wird in den kommenden Tagen doch noch passieren. Die Tageszeitung Dziennik/Gazeta Prawna berichtet von einem geplanten Treffen der ehemaligen politischen Wahlkampfrivalen: am 31. Juli sollen Staatspräsident Andrzej Duda und Warschaus Oberbürgermeister Rafał Trzaskowski zusammenkommen. Er habe eine Einladung vom Präsidenten Duda bekommen und selbstverständlich werde er die Möglichkeit zu einem Treffen nutzen, sagt Trzaskowski dem Blatt. An diesem Tag würden die Vorbereitungen zum 76. Jahrestag des Ausbruchs des Warschauer Aufstandes unternommen. Er hoffe daher auf ein konstruktives Gespräch, meint der Politiker.

Direkt nach der Stichwahl am 12. Juli habe Präsident Duda seinen Widersacher in den Präsidentenpalast eingeladen, erinnert das Blatt. Trzaskowski habe die Einladung damals nicht angenommen. Er meinte, dass man mit solchen Gesten bis zu der Bekanntgabe der offiziellen Wahlergebnisse warten sollte. Nun sei es den Mitarbeitern von Duda und Trzaskowski gelungen einen passenden Termin für beide Politiker zu vereinbaren, berichtet das Blatt.

SUPER EXPRESS: Premierminister bleibt. Andere müssen um ihren Posten bangen

Ein Regierungsumbau sei so gut wie sicher, stellt die Tageszeitung Super Express fest. Alles deute darauf hin, dass es viel mehr sein werde, als reine Kosmetik. Man sollte eher auf eine Revolution gefasst sein, schreibt das Blatt. Die Koalitionspartner der Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) seien voller Sorgen. Seine Bedenken verbalisierte unter anderem Justizminister und Chef der kleinen Partei Solidarisches Polen, Zbigniew Ziobro. Er habe nichts gegen einen Regierungsumbau auszusetzen, gab der Politiker zu. Er würde auch gegen eine Restrukturierung der Ministerien nicht protestieren. Jedoch unter der Bedingung, dass er vorher darüber informiert sein würde, und dass diese Änderungen vor allem einer besseren Machtausübung dienen würden.

Auf diese Bedenken reagierte der Vizevorsitzende der Partei PiS, Antoni Macierewicz. Er versicherte, dass es zu keiner Änderungen kommen werde, bis ein neuer Koalitionspakt ausgehandelt werde. Wie dem auch sei, werde man sicherlich nach der Sommerpause einige Schritte unternehmen. Wer um seine Stelle bangen müsse, sei bislang unklar. Sicher sei nur, dass Premierminister Morawiecki den Posten des Regierungschefs behalten werde. Dies bestätigte übrigens auch Parteichef Jarosław Kaczyński in einem Gespräch mit dem Polnischen Rundfunk. Seine Aussage sei auch eine klare Anspielung an die Worte des Justizministers gewesen, der seit Jahren hohe politische Ansprüche zeige und in den letzten Wochen den Regierungschef mehrmals aufs Schärfste kritisiert habe, berichtet das Blatt. Super Express.

 

Jakub Kukla