Deutsche Redaktion

"USA dementieren Berichte über Truppenabzug aus Polen"

20.05.2026 12:28
US-Vizepräsident J.D. Vance hat Berichte über einen angeblichen Abzug amerikanischer Soldaten aus Polen zurückgewiesen. Die Debatte sorgt auch unter US-Politikern für Entrüstung. Osteuropa gewinnt als Reiseziel deutlich an Beliebtheit. Und: Metallica hat nach 18 Jahren wieder in Chorzów gespielt. Mehr dazu in der Presseschau.
Media donoszą o odwołaniu rozmieszczenia amerykańskich żołnierzy w Polsce. Szef MON dementuje
Media donoszą o odwołaniu rozmieszczenia amerykańskich żołnierzy w Polsce. Szef MON dementujeGERARD/REPORTER

DZIENNIK/GAZETA PRAWNA: USA dementieren Berichte über Truppenabzug aus Polen

US-Vizepräsident J.D. Vance hat Berichte über einen angeblichen Abzug amerikanischer Soldaten aus Polen zurückgewiesen. Bei einem Briefing im Weißen Haus erklärte Vance, die ausgesetzte Verlegung einer US-Panzerbrigade nach Polen sei „keine Reduzierung“, sondern lediglich eine Verzögerung im regulären Rotationssystem, schreibt die Tageszeitung Dziennik/Gazeta Prawna.

Nach Angaben des Vizepräsidenten sei bislang keine endgültige Entscheidung über den weiteren Einsatz der betroffenen Truppen getroffen worden. Zugleich betonte er, Polen könne sich mit Unterstützung der USA selbst verteidigen. Vance wies zudem Kritik zurück, wonach Washington damit Russland entgegenkomme und zugleich einen engen NATO-Partner schwäche. Die Vereinigten Staaten würden weiterhin an ihrer Sicherheitsverantwortung in Europa festhalten, gleichzeitig müsse Europa jedoch mehr Verantwortung für die eigene Verteidigung übernehmen, hieß es.

In diesem Zusammenhang kritisierte der US-Vizepräsident auch europäische Medien für eine aus seiner Sicht überzogene Reaktion auf die Debatte. Die Diskussion um die verschobene Truppenrotation bezeichnete er als vergleichsweise kleine Angelegenheit machte zugleich klar, dass die andauernde mediale Kritik der aktuellen amerikanischen Administration Diskussionen nicht einfacher mache. Kontinuierlich würden die Vereinigten Staaten, nach Vance, scharf angegriffen, zugleich erwarte Europa eine weitgehende Unterstützung der amerikanischen Streitkräfte. Beides sei nicht miteinander vereinbar, meint der Politiker.

Zuvor hatte Polens Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz nach einem Gespräch mit US-Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärt, es gebe keine Entscheidung über eine Verringerung der amerikanischen Militärpräsenz in Polen, lesen wir in Dziennik/Gazeta Prawna.

FAKT: Kritik in den USA an möglicher Reduzierung der Militärpräsenz in Osteuropa

Die Diskussion über die Präsenz amerikanischer Streitkräfte in Europa hält an. Auslöser sind Berichte über mögliche Veränderungen bei der Stationierung von US-Truppen, darunter auch die ausgesetzte Verlegung einer Panzerbrigade nach Polen, berichtet die Tageszeitung Fakt.

Besonders kritisch äußerte sich der republikanische Kongressabgeordnete Don Bacon. Er bezeichnete eine mögliche Entscheidung zum Abzug der Brigade aus Osteuropa als „beschämend“ für die Vereinigten Staaten. Bacon warf der US-Regierung vor, entsprechende Schritte ohne Abstimmung mit Polen und ohne Zugeständnisse seitens Russlands in Betracht zu ziehen. Das polnische Verteidigungsministerium betont dagegen weiterhin, dass derzeit keine Hinweise auf eine Verringerung der US-Truppenpräsenz im Land vorliegen.

Nach aktuellen Angaben sind rund 10.000 amerikanische Soldaten in Polen stationiert, der Großteil davon auf rotierender Basis. Lediglich einige Hundert Militärangehörige gelten als dauerhaft stationiert, unter anderem auf dem Raketenabwehrstützpunkt in Redzikowo. Die militärische Zusammenarbeit zwischen Polen und den USA basiert unter anderem auf dem Abkommen Enhanced Defense Cooperation Agreement (EDCA), in dessen Rahmen Polen Infrastruktur- und Logistikkosten für die Stationierung amerikanischer Truppen mitträgt, erinnert die Tageszeitung Fakt.

GAZETA.PL: Osteuropa gewinnt als Reiseziel deutlich an Beliebtheit

Immer mehr Reisende entscheiden sich kurzfristig für spontane Städtereisen statt langfristig geplanter Urlaube. Das geht aus dem aktuellen Bericht „Travel Horizons“ des Reiseportals lastminute.com hervor, stellt das Portal gazeta.pl fest. Besonders stark wächst demnach das Interesse an Reisezielen in Mittel- und Osteuropa. Grundlage des Rankings sind Buchungsdaten aus mehreren europäischen Ländern, darunter Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien.

Die größten Zuwächse bei den Buchungen verzeichneten Gdańsk mit einem Plus von 97 Prozent, Bukarest mit über 70 Prozent und Krakau mit fast 60 Prozent. Besonders das nordpolnische Gdańsk profitiert vom Trend zu kurzen Städtereisen am Meer. Besucher schätzen die historische Altstadt, die Hafenatmosphäre sowie die Nähe zu den Städten Sopot und Gdynia, schreibt gazeta.pl.

Auch Krakau, lesen wir weiter, bleibt eines der beliebtesten Wochenendziele Europas. Sehenswürdigkeiten wie der Marktplatz, die Marienkirche und das Königsschloss Wawel ziehen weiterhin zahlreiche Touristen an. Zusätzliche Attraktionen in der Umgebung, darunter das Salzbergwerk Wieliczka, stärken die touristische Bedeutung der Region.

SUPER EXPRESS: Metallica kehrt nach 18 Jahren für Konzert nach Chorzów zurück

Die US-Metalband Metallica hat am Dienstag ihr insgesamt 15. Konzert in Polen gegeben. Die Musiker James Hetfield, Lars Ulrich, Kirk Hammett und Robert Trujillo traten erstmals seit 18 Jahren wieder im Stadion Śląski im oberschlesischen Chorzów auf. Ein Höhepunkt des Abends war erneut der improvisierte Programmteil „Kirk and Rob Doodle“, bei dem Hammett und Trujillo traditionell Songs aus dem jeweiligen Gastgeberland spielen.

In der Vergangenheit hatte die Band in Polen unter anderem Interpretationen von „Wehikuł czasu“ der Gruppe Dżem, „Sen o Warszawie“ von Czesław Niemen sowie „Kocham cię, kochanie moje“ der Band Maanam präsentiert. Beim gestrigen Konzert in Chorzów spielte das Duo nach Angaben von Fans den Song „Chciałbym być sobą“ der Rockband Perfect. Wie immer wurde die amerikanische Gruppe beinahe euphorisch aufgenommen, lesen wir in der Tageszeitung Super Express.

Autor: Jakub Kukla


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