Deutsche Redaktion

Buch über Selenskyj sorgt für Diskussionen - Polens Aufstieg im Friedensindex

12.06.2026 12:22
Das neue Buch „Das Problem mit Selenskyj“ („Kłopot z Zełenskim“) von Zbigniew Parafianowicz sorgt für Diskussionen über die Berichterstattung über Selenskyj nach dem Ausbruch des vollumfänglichen Krieges. Und: Polen klettert im globalen Friedensindex weiter nach oben.
Prsident Wolodymyr Selenskyj hat einer Einheit der ukrainischen Streitkrfte, die zudem zu den Eliteverbnden fr Spezialoperationen gehre, den Ehrennamen Helden der UPA verliehen.Damit sei der von manchen gepflegte Mythos widerlegt, die Verehrung der UPA und die Verherrlichung des ukrainischen Nationalismus seien in der Ukraine lediglich ein p
Präsident Wolodymyr Selenskyj hat einer Einheit der ukrainischen Streitkräfte, die zudem zu den Eliteverbänden für Spezialoperationen gehöre, den Ehrennamen „Helden der UPA“ verliehen.Damit sei der von manchen gepflegte Mythos widerlegt, die Verehrung der UPA und die Verherrlichung des ukrainischen Nationalismus seien in der Ukraine lediglich ein pIMAGO/dts Nachrichtenagentur/Imago Stock and People/East News

DO RZECZY: Buch über Selenskyj sorgt für Diskussionen

In seinem Anfang Juni erschienenen Buch „Das Problem mit Selenskyj“ („Kłopot z Zełenskim“) beschreibt der Journalist Zbigniew Parafianowicz verschiedene Hintergründe zur Präsidentschaft von Wolodymyr Selenskyj, zum Krieg in der Ukraine sowie zu den Beziehungen zwischen Polen und der Ukraine.

Das polnische Wochenmagazin Do Rzeczy hebt insbesondere zwei Passagen hervor. Die erste Passage basiert auf Aussagen einer Mitarbeiterin des ukrainischen Präsidenten. Sie schildert ihre Erfahrungen im Umgang mit internationalen Medien und äußert sich kritisch zur Berichterstattung vieler ausländischer Journalisten über Selenskyj. Nach ihren Worten hätten zahlreiche Medienvertreter Aussagen des ukrainischen Präsidenten weitgehend ungeprüft übernommen.

In vielen Redaktionen habe die Überzeugung vorgeherrscht, Selenskyj verkörpere im Krieg die „gute Seite“ und sei daher grundsätzlich glaubwürdig. Die Mitarbeiterin bezeichnet dies als einen bedeutenden kommunikativen Erfolg des Präsidenten. Selenskyj sei es gelungen, internationale Unterstützung zu mobilisieren und zugleich kritische Nachfragen häufig zu vermeiden.

Weiter beschreibt sie die große Aufmerksamkeit und Wertschätzung, die Selenskyj bei internationalen Besuchen entgegengebracht worden sei. Erst mit dem Amtsantritt von Donald Trump und J.D. Vance in den USA habe sich das politische Umfeld verändert. Die Mitarbeiterin äußert die Einschätzung, dass die Berichterstattung über Selenskyjs Präsidentschaft künftig möglicherweise kritischer bewertet werden könnte.

Die zweite vom Magazin hervorgehobene Passage betrifft die sicherheitspolitischen Beziehungen zwischen Polen und der Ukraine. Dabei wird auf Aussagen eines polnischen Diplomaten verwiesen sowie auf Äußerungen des ehemaligen polnischen Präsidenten Andrzej Duda. Dieser erklärte in einem Interview von vor ein paar Monaten, die ukrainische Seite habe wiederholt versucht, Polen stärker in den Konflikt einzubinden. Im Zusammenhang mit dem Raketenexplosion in Przewodów im November 2022 betonte Duda jedoch, Polen habe entsprechende Erwartungen nicht erfüllt.

Zugleich erinnert das Magazin daran, dass Präsident Selenskyj die polnische Regierung mehrfach aufgefordert habe, von polnischem Territorium aus russische Raketen und Drohnen über der Ukraine zu bekämpfen. Kritiker eines solchen Vorgehens argumentieren, dies hätte Polen unmittelbar in den Krieg hineinziehen können. In diesem Zusammenhang wird darauf verwiesen, dass die Beistandsverpflichtungen nach Artikel 5 des NATO-Vertrags für den Fall eines Angriffs auf ein Mitgliedsland gelten und nicht automatisch auf Situationen übertragbar sind, in denen ein Mitgliedstaat selbst militärische Operationen gegen ein anderes Land einleitet.

Nach Einschätzung von Do Rzeczy liefert Parafianowiczs Buch umfangreiche Informationen über die Entwicklung der polnisch-ukrainischen Beziehungen, den Verlauf des Krieges sowie die Rolle und Wahrnehmung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.

GAZETA.PL: Polen verbessert sich im Globalen Friedensindex

Polen hat sich im aktuellen Global Peace Index (GPI) deutlich verbessert und gehört inzwischen zu den friedlichsten Staaten der Welt. Gleichzeitig zeigt der Bericht des Instituts für Wirtschaft und Frieden, dass sich die globale Sicherheitslage weiter verschlechtert, schreibt das Portal Gazeta.pl.

Der Global Peace Index zählt zu den wichtigsten internationalen Instrumenten zur Bewertung von Frieden und Sicherheit. Er umfasst fast die gesamte Weltbevölkerung und basiert auf der Analyse von 23 qualitativen und quantitativen Indikatoren. Bewertet werden unter anderem das allgemeine Sicherheitsniveau, das Ausmaß innerstaatlicher und internationaler Konflikte sowie der Grad der Militarisierung.

Im Ranking 2026 belegt Polen den 22. Platz, was eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahr darstellt. 2025 lag Polen noch auf Rang 36. An der Spitze des Rankings steht weiterhin Island gefolgt von Neuseeland und der Schweiz. Slowenien erreicht Rang vier, während Irland, das im Vorjahr noch zu den drei bestplatzierten Ländern gehörte, auf den fünften Platz zurückfällt.

Die Schlusslichter des Rankings bilden Russland, Sudan, die Demokratische Republik Kongo, die Ukraine und Israel. Diese Staaten weisen derzeit die niedrigsten Friedenswerte weltweit auf. Trotz der positiven Entwicklung Polens zeichnet der Bericht insgesamt ein besorgniserregendes Bild. Nach Angaben des Instituts befindet sich das globale Friedensniveau auf dem niedrigsten Stand seit Einführung des Index im Jahr 2007. Der Bericht kommt damit zu dem Schluss, dass die Welt trotz einzelner positiver Entwicklungen in vielen Regionen insgesamt unsicherer geworden ist.

Autor: Jakub Kukla


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