Deutsche Redaktion

Pariser Erklärung: Einigung über Stationierung internationaler Streitkräfte in der Ukraine

07.01.2026 08:30
Die Länder der „Koalition der Willigen“ haben nach dem Gipfel in Paris die Sicherheitsgarantien präzisiert, die nach einem möglichen Waffenstillstand in der Ukraine in Kraft treten sollen. In der nach dem Treffen verabschiedeten Erklärung ist unter anderem von einem Mechanismus zur Überwachung des Waffenstillstands unter der Ägide der Vereinigten Staaten die Rede. Dem ukrainischen Präsidenten zufolge seien die Ergebnisse des Gipfels „ein großer Schritt nach vorn“.
Nach dem Treffen unterzeichneten Macron, der ukrainische Prsident Wolodymyr Selenskyj und der britische Premierminister Keir Starmer ein Memorandum ber die Stationierung multinationaler Krfte nach einem mglichen Waffenstillstand.
Nach dem Treffen unterzeichneten Macron, der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und der britische Premierminister Keir Starmer ein Memorandum über die Stationierung multinationaler Kräfte nach einem möglichen Waffenstillstand.EPA/LUDOVIC MARIN

Der französische Präsident Emmanuel Macron versicherte auf der Pressekonferenz nach dem Treffen, die künftigen Garantien seien der Schlüssel dafür, dass „ein Friedensabkommen niemals eine neue Bedrohung für die Ukraine bedeuten kann“. Nach dem Treffen unterzeichneten Macron, der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und der britische Premierminister Keir Starmer ein Memorandum über die Stationierung multinationaler Kräfte nach einem möglichen Waffenstillstand. Wie Starmer betonte, ebne das Dokument „den Weg für einen rechtlichen Rahmen, in dem britische, französische und verbündete Kräfte auf dem Territorium der Ukraine tätig werden könnten“. Er sprach zudem von britischen und französischen „militärischen Hubs“ in der Ukraine nach einem Waffenstillstand.

Selenskyj erklärte zu den vereinbarten Dokumenten, sie seien ein Signal dafür, wie ernst die „Koalition der Willigen“ in der Zusammenarbeit für Sicherheit sei. Die Arbeit an diesen Dokumenten solle fortgesetzt werden. Ihm zufolge sollten die Sicherheitsgarantien der „Koalition der Willigen“ auch mit den unabhängigen Sicherheitsgarantien der USA abgestimmt werden. berichtete er, Während des Treffens sei unter anderem auch festgelegt worden, wie die europäischen Truppen nach einem Waffenstillstand in der Ukraine operieren und aus den Streitkräften welcher Länder sie bestehen würden.
Macron kündigte indes an, die Mechanismen zur Überwachung eines künftigen Waffenstillstands würden unter amerikanischer Führung stehen. Außerdem solle eine „Koordinierungsstelle“ entstehen, um „die Koordination zwischen der Koalition der Willigen, den Vereinigten Staaten und der Ukraine“ ermöglichen soll.

US-Sondergesandter: Trump „unterstützt“ Sicherheitsgarantien für die Ukraine
Die USA gehören nicht zur „Koalition der Willigen“. Eine amerikanische Delegation hat am Dienstag trotzdem am Gipfel teilgenommen. Der Sondergesandte von US-Präsident Donald Trump, Steve Witkoff, erklärte nach dem Treffen, die Protokolle zu den Sicherheitsgarantien für die Ukraine seien „zum größten Teil abgeschlossen“. Außerdem berichtete Witkoff, dass auch das „Wohlstandsabkommen“ für die Ukraine „sehr, sehr kurz vor dem Abschluss“ stehe. „Das wird enorme Möglichkeiten für das ukrainische Volk schaffen“, fügte er hinzu. Er versicherte, Präsident Trump unterstütze die Garantien für die Ukraine „stark, sehr stark“.

Der Schwiegersohn des US-Präsidenten, Jared Kushner, nannte die Gespräche „einen wichtigen Meilenstein“. „Das bedeutet nicht, dass wir sofort Frieden schließen, aber Frieden wäre ohne den heute erzielten Fortschritt nicht möglich“, ergänzte er.

Dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz zufolge würden für einen Frieden Kompromisse notwendig sein. „Wir werden alles Mögliche tun – mit Ausdauer, Realismus und Weitsicht –, um das bestmögliche Ergebnis zu erreichen, nämlich einen stabilen Waffenstillstand“, sagte Merz. Deutschland werde sich für dieses Ziel „politisch, finanziell und militärisch engagieren“. Er schloss die Beteiligung deutscher Streitkräfte im Falle eines Waffenstillstands an multinationalen Kräften nicht aus, jedoch nur in einem an die Ukraine grenzenden NATO-Mitgliedstaat.

IAR/PAP/ps

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