Deutsche Redaktion

Sejm billigt Gesetz zur Nutzung des EU‑Programms SAFE

13.02.2026 11:52
Nach der Abstimmung kritisierte Regierungschef Tusk die PiS und Konfederacja scharf, während Oppositionspolitiker vor einem Eingriff in die Souveränität warnten. Das Gesetz muss bis März in Kraft treten, damit Mittel fließen können.
BWP Borsuk w hali produkcyjnej
BWP Borsuk w hali produkcyjnejZdzislaw Surowaniec/REPORTER/East News

Der Sejm hat am Freitag die Gesetzesgrundlage für die Nutzung des EU‑Programms SAFE verabschiedet. Für den Entwurf stimmten 236 Abgeordnete, 199 votierten dagegen, vier enthielten sich. Das Programm stellt der EU insgesamt 150 Milliarden Euro für Verteidigungsinvestitionen zur Verfügung. Polen kann daraus rund 43,7 Milliarden Euro abrufen und ist damit größter Profiteur. Die Regierung plant, den Großteil der Mittel im heimischen Rüstungssektor einzusetzen.

Nach der Abstimmung warf Premierminister Donald Tusk der PiS und Konfederacja auf X vor, gegen die Sicherheit Polens, eine moderne Armee und die nationale Rüstungsindustrie gestimmt zu haben. Dieses Verhalten gehe über den üblichen politischen Streit hinaus, schrieb er.

PiS‑Fraktionschef und ehemaliger Verteidigungsminister Mariusz Błaszczak kritisierte SAFE hingegen als Eingriff in die Souveränität Polens und als Risiko für die richtige Ausrichtung der Modernisierung der Streitkräfte. Er verwies darauf, dass seine Partei 13 Änderungsanträge eingebracht habe, die jedoch abgelehnt wurden.

Damit die Mittel abgerufen werden können, muss das Gesetz im März in Kraft treten, wenn die Regierung den Kreditvertrag mit der EU‑Kommission abschließen will. Vorgesehen ist die Einrichtung eines Finanzinstruments beim staatlichen Entwicklungsfonds BGK, über das SAFE‑Mittel verwaltet werden sollen.

IAR/PAP/adn

Vizeaußenminister in Kiew: Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich ist heute besonders wichtig

13.01.2026 07:00
Bei den Gesprächen mit ukrainischen Regierungsvertretern ging es um Sicherheit, Militärhilfe und die Zusammenarbeit im Verteidigungssektor sowie die Abstimmung mit Verbündeten. Beide Länder bereiten sich auch für eine internationale Konferenz in Polen zum Wiederaufbau der Ukraine vor, hieß es.

Polens Außenminister: Europa muss militärisch eigenständiger werden

05.02.2026 11:26
Europa hätte schneller eigene militärische Fähigkeiten entwickeln, den inneren Zusammenhalt stärken und ihre Verpflichtungen innerhalb der NATO konsequenter umsetzen müssen. Das sagte Polens Vizepremier und Außenminister Radosław Sikorski in einem Interview mit der Nachrichtenagentur PAP. Eine stärkere europäische Verteidigung erhöhe den Respekt der USA gegenüber Europa und wirke zugleich abschreckend auf Russlands Präsidenten Wladimir Putin, betonte Sikorski.

Kommentar: Solidarität und Interessen. Polen und die Ukraine bauen gemeinsamen Schutzschild gegen Russland

09.02.2026 14:30
Die neuerlichen Gespräche zwischen Premierminister Tusk und Ukraines Staatspräsident Selenskyj in Kiew zeigen eine Reihe praktischer Kooperationsfelder zwischen Polen und der Ukraine auf. Und vergrößern die Chancen auf eine Pragmatisierung der bilateralen Beziehung sowie eine Schwächung russischer Einflüsse, schreibt Osteuropa-Experte Tadeusz Iwański in seinem Kommentar für den Auslandsdienst des Polnischen Rundfunks. 

Nationaler Sicherheitsrat: Nawrocki „lobbyiert für fremde Mächte“ vs. „SAFE gefährdet Polens Souveränität“

12.02.2026 12:55
Die Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats (RBN) und der EU-Verteidigungsfonds SAFE beherrschen heute die polnischen Pressekommentare. Präsident Karol Nawrocki wollte sich als sicherheitspolitischer Gestalter profilieren – doch hat das Treffen ihn gestärkt oder vielmehr die Regierung? Dient das milliardenschwere EU-Rüstungsprogramm SAFE der polnischen Verteidigung oder der deutschen Rüstungsindustrie? Und: Kann sich Polen einen Arbeitsmarkt ohne Einwanderer leisten? Mehr dazu in der Presseschau.